| Katja Egermeier |
| 27.10.2026 16:00 Uhr |
Die Grippeimpfung kann noch mehr als vor einer Influenza oder einem schweren Verlauf schützen: Laut einer Studie schützt sie auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. / © Adobe Stock/d.pix
Eine Influenza ist eine akute, durch Viren verursachte Erkrankung der Atemwege, die sich innerhalb weniger Stunden mit Fieber, Krankheitsgefühl sowie Kopf- und Gliederschmerzen äußert. Der Unterschied zu einer normalen Erkältung: Sie belastet den gesamten Körper enorm. »Sie löst Entzündungsreaktionen aus, die Herz, Lunge und Kreislauf beanspruchen und bestehende Erkrankungen innerer Organe verschärfen können«, warnt die DGIM.
»Gerade für ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen ist es daher wichtig, sich durch Impfungen zu schützen«, erklärt Professorin Dr. Ursula Müller-Werdan, Direktorin der Klinik für Geriatrie und Altersmedizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.
Doch die Grippeimpfung kann noch mehr. Laut der randomisierten, placebokontrollierten IAMI-Studie (Influenza Vaccination After Myocardial Infarction) schützt sie auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In der Studie bekamen Patientinnen und Patienten, die bereits an einer schweren Erkrankung der Herzkranzgefäße litten oder kurz zuvor einen Herzinfarkt hatten, entweder eine Influenzaimpfung oder ein Placebo.
Im Ergebnis kam es im darauffolgenden Jahr in der Impfgruppe seltener zu Todesfällen, erneuten Herzinfarkten oder Gefäßverschlüssen am Stent. »Das relative Sterberisiko war um 41 Prozent geringer«, so die DGIM. Aus Sicht von Professor Dr. Georg Ertl, Internist und Kardiologe aus Würzburg sowie Generalsekretär der DGIM, ist die Grippeimpfung daher für Menschen nach einem Herzinfarkt ein wichtiger Baustein, um weiteren Herz-Kreislauf-Ereignissen vorzubeugen.
Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) waren in der vergangenen Grippesaison (2024/2025) nur 34 Prozent der Menschen ab 60 Jahren gegen Influenza geimpft. Die Gründe aus Sicht der Forschenden: ein zu geringes Risikobewusstsein und Vorbehalte gegen Impfungen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenzaimpfung jährlich für ältere Menschen ab 60 Jahren, für Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel und medizinisches Personal.