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Schlaganfallprophylaxe im Fokus
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Gut beraten bei Vorhofflimmern

Patienten mit Vorhofflimmern erhalten oft beratungsintensive Medikamente wie Antikoagulanzien. Im Gespräch mit PTA-Forum erklärt Stefan Göbel, Apothekeninhaber und Experte für Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS), welche Punkte bei der Beratung wichtig sind.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 09.06.2026  12:00 Uhr

Selbstmedikation und Vorhofflimmern

Neben Wechselwirkungen bei den verordneten Substanzen ist es wichtig, in der Selbstmedikation aufmerksam zu sein. Bei DOAK sollte etwa ein erhöhtes Blutungsrisiko durch gleichzeitige Einnahme von OTC-Präparaten vermieden und der Patient gegebenenfalls an den Arzt verwiesen werden. Göbel: »Das Wichtigste finde ich bei den DOAK, dass man darauf achtet, dass die Patienten kein nicht steroidales Antirheumatikum (NSAR) wie Ibuprofen oder Komplexmittel mit Acetylsalicylsäure dazunehmen.« Geeignete Alternativen sind Paracetamol sowie lokale Antiphlogistika. Vorsicht ist mitunter auch bei pflanzlichen Präparaten wie Ginkgo, Ginseng oder Johanniskraut geboten. Eine Übersicht zu DOAK und Phytopharmaka findet sich in einer Praxisleitlinie der European Heart Rhythm Association (2021).

Grundsätzlich können bei Patienten mit Vorhofflimmern laut Göbel – je nach Medikation und Begleiterkrankungen – Elektrolytpräparate kritisch sein, wenn sie dauerhaft und ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden. Kritisch könne es etwa bei Herzinsuffizienz werden. »Da wäre ich vorsichtig, weil bei diesen Erkrankungen verschiedene Elektrolyte gerade dauerhaft starke Auswirkungen haben können«, so der Apotheker.

Bei Herzrhythmusstörungen lohne sich nicht zuletzt ein Blick auf die QT-Zeit, so der Apotheker. Nehmen Patienten bereits ein QT-verlängerndes Medikament ein, zum Beispiel ein Antiarrhythmikum wie Amiodaron, oder liegen nicht medikamentöse Risikofaktoren vor, ist diesbezüglich auch im OTC-Bereich Vorsicht geboten. Als Beispiel nennt der Apotheker das H1-Antihistaminikum Diphenhydramin.

Eine verlängerte QT-Zeit ist ein Risikofaktor für das Auftreten ventrikulärer Arrhythmien (Torsade de pointes), die in lebensbedrohliches Kammerflimmern übergehen können. Zu den nicht medikamentösen Risikofaktoren gehören unter anderem weibliches Geschlecht, höheres Alter, Hypothyreose, Herz- und/oder Niereninsuffizienz, Long-QT-Syndrom oder Elektrolytentgleisungen. »Es gibt meist gute Alternativen, die man in der Selbstmedikation vorschlagen kann«, sagt Göbel. »Generell sollte man bei dieser Patientengruppe lieber einmal zu viel vorsichtig sein als einmal zu wenig.«

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