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Windeldermatitis
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Heiler Po, heile Welt

Bei einer Windeldermatitis kann von »glatt und rosig wie ein Babypopo« nicht die Rede sein: Die Haut ist stark entzündet und zeigt wunde Stellen mit Bläschen. Da kann der Nachwuchs nur quengeln! Besorgte Eltern freuen sich über kompetenten Rat aus der Apotheke, wie sich den Läsionen vorbeugen lässt.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 23.04.2026  16:00 Uhr

Da kommt einiges zusammen: Der wunde Babypo entsteht durch ein Zusammenspiel von irritierenden, enzymatischen und mikrobiellen Faktoren im feuchtwarmen Klima unter der luftdicht abschließenden Windel. Es entstehen annähernd okklusive Bedingungen, wenn die Windel nicht häufig genug gewechselt wird. Auch eine Durchfallerkrankung, saure oder scharfe Lebensmittel sowie beispielsweise eine Antibiotikaeinnahme können die Entstehung begünstigen. Unter der Schutzhaube setzt sich dann eine Kettenreaktion in Gang, die für das Baby schmerzhaft werden kann und es unleidlich werden lässt.

Aus dem Harnstoff im Urin entsteht Ammoniak – der alkalische Urin erhöht das Irritationspotenzial des Fäzes. Das Stratum corneum mazeriert, die Barrierefunktion und somit die Reizschwelle der Haut wird herabgesetzt, denn unter diesen Bedingungen bilden sich weniger antimikrobielle Peptide, die Infektionserreger von der Haut fernhalten. Der erhöhte pH-Wert aktiviert überdies die Aktivität von im Stuhl enthaltenen lipolytischen und proteolytischen Enzymen, die aufgrund der geschädigten Keratinozyten die eigentliche Entzündung auslösen. Sie zersetzen nämlich nicht nur Eiweiße und Fette in der Nahrung, sondern auch solche in der Haut. In diesem gereizten Zustand ist die Haut besonders empfänglich für zusätzliche Infektionen mit Bakterien (Superinfektion) oder Candida albicans (Windelsoor).

Schonprogramm für die Babyhaut

Häufiges Windelwechseln und eine schonende Reinigung sind die wichtigsten Maßnahmen, um einer Windeldermatitis vorzubeugen. Alle zwei bis drei Stunden ist ein Windelwechsel angebracht, damit der Urin die Haut nicht zu lange reizt und irritiert. Hat der Nachwuchs sein großes Geschäft erledigt, sind die Windeln sofort zu wechseln. Beim Frischmachen sollten sich die Eltern die Zeit nehmen, den Nachwuchs ausgiebig strampeln zu lassen. So kommt reichlich Luft an die Haut. Reste von Stuhl und zuvor applizierten Pflege- oder Schutzpräparaten müssen vollständig entfernt werden.

Zum Reinigen eignen sich handwarmes, seifenfreies Wasser oder milde Syndets (wie Eubos® Basis Pflege Flüssig Wasch + Dusch). Öle, zum Beispiel Oliven- oder Mandelöl, helfen, Stuhl- und Cremereste gründlich, aber dennoch sanft zu entfernen. Das geht gut mit einem weichen Waschlappen oder ein in Wasser getauchtes fusselfreies Baby-Wattepad. Feuchttücher sind zwar praktisch, enthalten aber mitunter – wenn auch nur in geringen Mengen - austrocknenden Alkohol oder reizend wirkende Duftstoffe. Sie sollten daher nur unterwegs zum Einsatz kommen.

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