| Katja Egermeier |
| 17.07.2026 14:00 Uhr |
Der Körper kann lernen, besser mit Hitze umzugehen. / © Getty Images/Thomas Barwick
Leistungssportler beispielsweise trainierten gezielt bei hohen Temperaturen, um zusätzliche Trainingsreize zu setzen und ihren Körper auf Wettkämpfe unter warmen Bedingungen vorzubereiten. Davon können laut Teichert auch Freizeitsportler profitieren – vorausgesetzt, sie verfügen über eine solide Trainingsbasis und passen ihr Verhalten den Wetterbedingungen an.
»Wer regelmäßig trainiert, ausreichend trinkt und sein Pensum schrittweise steigert, schützt seinen Organismus vor Dehydration und kann auch an warmen Tagen sinnvoll Sport treiben«, erklärt Teichert. Der Körper benötige eine gewisse Zeit zur Anpassung, könne dann jedoch lernen, mit Hitze besser umzugehen.
Das bedeutet jedoch nicht, einfach wie gewohnt loszulegen. Entscheidend ist der Expertin zufolge, das Training anzupassen:
Training bei hohen Temperaturen ist jedoch nicht uneingeschränkt empfehlenswert. Als Faustregel gilt laut Teichert: Ab 30 Grad Celsius sollte die Trainingsintensität und -dauer angepasst werden. Steigt das Thermometer auf 40 Grad oder mehr, sei es besser, ganz auf Sport zu verzichten. Dann gebe es auch keinen gesundheitlichen Nutzen mehr, so die Expertin.
Treten während des Trainings Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen oder andere Anzeichen einer Überhitzung auf, sollte die Belastung sofort beendet werden. Anschließend gelte es, den Körper langsam abzukühlen. Von einer eiskalten Dusche rät Teichert ab. Sinnvoller sei lauwarmes Wasser, da es den Organismus dabei unterstütze, seine Temperatur gleichmäßig zu regulieren. »Große Temperaturunterschiede können dagegen den Kreislauf zusätzlich belasten.«
Grundsätzlich erfordere Sport bei Hitze einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper. »Wer die grundlegenden Regeln beachtet, kann den Sommer hervorragend nutzen, um fit zu bleiben, neue Sportarten auszuprobieren und gemeinsam mit anderen aktiv zu sein.«
Vor allem Männer neigen dazu, beim Sport in der Hitze das Shirt auszuziehen, um sich besser abzukühlen. Aus wissenschaftlicher Sicht sei das jedoch keine gute Strategie, sagt Teichert. »Schweiß kühlt den Körper nicht dadurch, dass er auf der Haut liegt, sondern indem er verdunstet.«
Sinnvoller sei leichte, lockere und atmungsaktive Funktionskleidung. Diese nimmt den Schweiß auf, verteilt ihn auf einer größeren Fläche und unterstützt so die Verdunstungskühlung. »Tropft der Schweiß dagegen direkt von der nackten Haut ab, geht ein Teil dieses natürlichen Kühleffekts verloren«, erklärt Teichert.