Pneumokokken satteln sich in gefährlichem Ausmaß besonders bei älteren Menschen und solchen mit Vorerkrankungen auf virale Infektionen auf. / Foto: Your Photo Today
Die Frage nach einer Indikationserweiterung war aufgekommen, weil angenommen wird, dass schwere Pneumonien und insbesondere Koinfektionen mit Pneumokokken und dem SARS-Coronavirus-2 das Gesundheitssystem in der Pandemie zusätzlich belasten könnten. Laut STIKO sind aber Koinfektionen mit Streptococcus pneumoniae bei Covid-19-Patienten sehr selten. Die wenigen beobachteten Fälle seien ganz überwiegend unter älteren und vorerkrankten Menschen aufgetreten, die ohnehin zu Risikogruppen gehörten.
Die STIKO hält daher an ihrer Empfehlung fest, bevorzugt die Bevölkerungsgruppen gegen Pneumokokken zu impfen, die ein besonders hohes Risiko für eine schwere Erkrankung haben. Hierzu zählen Kinder in den ersten zwei Lebensjahren und ältere Menschen ab 60 Jahren. Auch Patienten, die an chronischen Krankheiten der Lunge oder des Herzens, an einem behandlungsbedürftigen Diabetes mellitus, Immundefizienz oder an bestimmten neurologischen Krankheiten leiden, haben ein erhöhtes Risiko und sollten sich deshalb bevorzugt impfen lassen.