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Was kann Hautpflege?
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Kosmetiktrends im Faktencheck

Exo-Technologie, Collagen Banking und Layering-Methode: Das sind drei der derzeitigen Top-Schlagworte der Beauty-Industrie. Alles nur Schönfärberei altbekannter Pflegeroutinen oder gibt es sie wirklich – die Dermokosmetika, die gegen Fältchen, Flecken und Unreinheiten etwas auszurichten vermögen? Drei Haut-Experten ordnen ein. 
AutorKontaktElke Wolf
Datum 17.07.2026  16:00 Uhr

Exo-Booster, mit pflanzlichen Exosomen, basierend auf Exo-Technologie – auf immer mehr Cremetiegeln und Ampullenkuren taucht das Wörtchen »Exo« auf. »Tatsächlich sind Exosomen für die regenerative Medizin seit etwa zehn Jahren ein wichtiges Forschungsgebiet geworden. Sie spielen nämlich eine wichtige Rolle in der Signalübermittlung von Zelle zu Zelle«, ordnet Professor Dr. Rolf Daniels von der Universität Tübingen im Gespräch mit PTA-Forum den derzeitigen Trend ein.

Exosomen sind winzige, membranumhüllte Vesikel, die von menschlichen, pflanzlichen und tierischen Zellen freigesetzt werden. Als Träger bioaktiver Moleküle wie Wachstumsfaktoren, Proteine, Lipide oder MikroRNA dienen sie der Nachrichtenübermittlung von Zelle zu Zelle und koordinieren auf diese Weise biologische Prozesse mit. »Exosomen sind quasi Briefe mit einer konkreten Botschaft und Anweisungen, wonach Zellen miteinander kommunizieren«, veranschaulicht der pharmazeutische Technologe.

Genau hier liege ihr Potenzial für die Hautpflege, meint Daniels. »Über diesen Exosomen-Weg könnte es möglich sein, die Zellregeneration anzuregen, indem etwa Fibroblasten aktiviert werden, mehr Kollagen zu bilden. Einige MikroRNA wirken auch auf Mitochondrien, die Energielieferanten der Zellen, und könnten so Reparatur- und Wachstumsprozesse mit beeinflussen. Deshalb ist der Weg in die Anti-Aging-Medizin durchaus naheliegend.«

Immer mehr Hautpflegemarken integrieren Exosomen in ihre Zubereitungen. Woher stammen diese Signalkuriere, die in Cremes, Seren oder bei dermatologisch-ästhetischen Behandlungen eingesetzt werden? »Die in der Kosmetikindustrie typischerweise verwendeten Exosomen entnimmt man pflanzlichen Stammzellen oder mikrobiellen Quellen.« Bei Weleda kommen etwa Exosomen aus Tigergras zum Einsatz, bei Dermologica solche aus Kürbiskernen. »Da Stammzellen pluripotente Zellen sind, sind sie sehr ›kommunikativ‹ im Umgang mit anderen Zellen.« Produkte menschlichen Ursprungs sind nicht erlaubt beziehungsweise bleiben medizinischen Forschungszwecken vorbehalten.

Können Exosomen überhaupt in einer kosmetischen Darreichungsform etwas bewirken? Das sei der Knackpunkt, so der Apotheker. »Was im Labor plausibel und vielversprechend aussieht, ist klinisch bislang nicht belegt. Der Nachweis, ob Exosomen-haltige Topika durch die Haut penetrieren können, ist nicht erbracht.« Vorhandene Wirknachweise seien lediglich Ergebnisse von In-vitro-Versuchen - »dabei behindert keine Hornhaut den Exosomentransport.«

Der klinische Nachweis, ob Exosomen-haltige Topika durch die Haut penetrieren können, ist nicht erbracht.«
Professor Dr. Rolf Daniels, Tübingen

Um Exosomen dennoch möglichst tief in die Haut einzuschleusen – optimalerweise müsste es laut Daniels bis in die Dermis gehen, um Bindegewebsschichten ansprechen zu können – kombinieren dermatologische Arztpraxen entsprechende Formulierungen mit Microneedling. Bei diesen Gesichtsbehandlungen wird die Haut minimal durch feine Nadeln perforiert und anschließend mit Exosomen versorgt. »Dabei nutzt man zusätzlich den physikalischen Effekt: Durch die kleinen Wunden, die gesetzt werden, bildet sich ohnehin neues Gewebe.«

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