Abseits vom Klima lässt die Art der Haltung von und der Umgang mit vielen »Nutztieren« ethische Fragen aufkommen. / © Getty Images/Bloomberg Finance LP
Es geht es nicht darum, die Ernährung von heute auf morgen komplett auf den Kopf zu stellen. Ziel ist es, den pflanzlichen Anteil zu erhöhen und tierische Lebensmittel zu reduzieren. Bereits eine flexitarische Ernährungsweise kann Umwelt und Klima deutlich entlasten.
Hinzu kommt, dass das, was für die Umwelt gut ist, oft auch die Gesundheit fördert. Ein pflanzenbetontes Ernährungsmuster entspricht vielen aktuellen Ernährungsempfehlungen, wie etwa denen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung oder auch der »Planetary health diet«. Dabei wird neben viel Obst und Gemüse auf Vollkornprodukte, Nüsse und pflanzliche Öle mit ungesättigten Fettsäuren gesetzt. Zurückhaltung gilt hingegen bei tierischen und hochverarbeiteten Lebensmitteln, gesättigten Fettsäuren und Zucker.
Ein zentrales Ziel, um der Klimakrise entgegenzuwirken, ist die Senkung der Treibhausgasemissionen. Dabei spielen auch die Entscheidungen der Verbraucherinnen und Verbraucher eine Rolle (Stichwort Selbstwirksamkeit).
Laut Berechnungen der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland könnten die ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland mit einer Halbierung des Fleischkonsums (flexitarischer Ernährung) um 27 Prozent sinken, mit vegetarischer Ernährung um 47 Prozent und mit veganer Ernährung um 48 Prozent (Kulinarischer Kompass Klima, 2021).
Tierische Lebensmittel sind für etwa 70 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Nicht nur landwirtschaftlicher Ackerbau und Tierhaltung fallen ins Gewicht, hinzu kommen Verarbeitung, Verpackung und Transport sowie Lagerung und Kühlung. Der Anbau von Futtermitteln benötigt außerdem große Flächen und bedingt gar Monokulturen und Brandrodung.
Hinzu kommt der Gesundheitsaspekt: Jeder sechste Todesfall in der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation WHO ist auf eine unausgewogene Ernährung mit viel rotem Fleisch und Salz sowie wenig Vollkorn zurückzuführen, von den kardiovaskulären Todesfällen sogar jeder dritte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus Deutschland.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Mischköstlern, die Ernährung zu mehr als ¾ pflanzlich und nur zu knapp ¼ tierisch zu halten. Es sollten nicht mehr als 300 Gramm Fleisch pro Woche konsumiert werden. Ein Ei pro Woche ist der DGE zufolge ausreichend.
Aus ökologischer Sicht sollte auch Fisch nur eingeschränkt verzehrt werden, denn die Ökosysteme leiden stark unter Überfischung, Beifang und Zerstörung von Lebensräumen. Beim Kauf sollten Verbraucher auf Fischart, Fangmethode und Fanggebiet achten. Orientierung bietet zum Beispiel die Guter-Fisch-Liste.
Hülsenfrüchte sind aus zweierlei Hinsicht wertvoll: Sie enthalten wichtige Nährstoffe wie Proteine und unterstützen einen nachhaltigen Ackerbau, da sie die Fruchtbarkeit des Bodens verbessern.
Schon kleine Routinen machen einen Unterschied:
Schon kleine Veränderungen im Speiseplan haben einen Effekt. Eine pflanzenbetonte Ernährung schont die Umwelt und ist darüber hinaus gesund.