| Barbara Döring |
| 05.05.2026 12:00 Uhr |
Jodhaltige Desinfektionsmittel wie Lugol’sche Lösung sind ausschließlich zur äußeren Anwendung geeignet. / © Getty Images/Remigiusz Gora
Auf bestimmten Plattformen ist davon die Rede, mehrmals wöchentlich bis mehrmals täglich Lugolsche Lösung einzunehmen, um einem Jodmangel vorzubeugen. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) weist darauf hin, dass das Antiseptikum und Desinfektionsmittel keinesfalls als Nahrungsergänzungsmittel, sondern ausschließlich zur äußeren Anwendung geeignet ist.
»Die orale Aufnahme der Lugolschen Lösung oder anderer Jodtinkturen ist ein höchst bedenklicher Trend«, zitiert die BZfE Dr. Klaus-Peter Liesenkötter, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Vorsitzender des Arbeitskreises Jodmangel, in einer Pressemitteilung. »Der extrem hohe Jodgehalt kann zu massiven Funktionsstörungen der Schilddrüse bis zur Blockade des Organs führen.«
Hinweise wie »nur für Laborzwecke bestimmt« auf dem Produktsicherheitsblatt sollten unbedingt ernst genommen werden. Lugolsche Lösung – benannt nach dem französischen Arzt Jean Guillaume Lugol (1786–1851) – enthält neben Wasser 5 Prozent elementares Jod und 10 Prozent Kaliumjodid. Bereits ein kleiner Tropfen von 0,05 ml einer fünfprozentigen Lugolschen Lösung liefert 6300 μg Jod und damit das 40-Fache der täglich empfohlenen Zufuhr von 150 μg Jod.