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Zwischen Mangel und Risiko
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Magnesium richtig einnehmen und Überdosierung vermeiden

Magnesium gilt als lebenswichtiger Mineralstoff und ist im menschlichen Körper an zahlreichen zentralen Prozessen beteiligt. Viele greifen daher zu Magnesiumpräparaten und hoffen auf positive gesundheitliche Effekte. Entscheidend ist jedoch, ob überhaupt ein Bedarf an zusätzlichem Magnesium besteht – oder ob im Gegenteil sogar eine Überdosierung droht. Die Apothekerkammer (AK) Niedersachsen und PTA-Forum ordnen ein.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 17.04.2026  13:00 Uhr

Woran erkennt man einen Magnesiummangel?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist darauf hin, dass es derzeit keinen geeigneten Biomarker für die Bestimmung des Magnesiumstatus gibt. Der Grund: Magnesium befindet sich überwiegend innerhalb der Zellen – vor allem in Knochen, Muskeln- und anderem Weichteilgewebe. Lediglich 1 Prozent befinde sich in der extrazellulären Flüssigkeit und sei damit im Blut messbar.

Symptome zeigten sich daher erst bei sehr niedrigen Serumkonzentrationen (< 0,5 mmol/l). Zu den frühen Anzeichen zählen:

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Müdigkeit
  • allgemeine Schwäche

Im weiteren Verlauf kann Magnesiummangel jedoch eine Störung im Calcium- und Kaliumhaushalt nach sich ziehen und neurologische sowie kardiovaskuläre Symptone verursachen, wie:

  • Taubheitsgefühle
  • Kribbeln
  • Muskelkrämpfe
  • Verhaltensänderungen
  • Herzrhythmusstörungen

Eine Diagnose sollte daher nicht allein über Blutwerte gestellt, sondern immer im Zusammenhang mit Beschwerden, Risikofaktoren und der individuellen Situation beurteilt werden.

Wann, wie viel, in welcher Form: Wie wird Magnesium richtig supplementiert?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für den Zusatz von Magnesium eine Höchstmenge von 250 mg pro Tagesverzehrempfehlung eines NEM-Produkts. Es wird zudem empfohlen, diese Tagesverzehrmenge auf zwei oder mehr Portionen pro Tag zu verteilen. »Dies ist effektiver als eine einmalige hohe tägliche Dosis«, bestätigt auch die AK Niedersachsen.

Magnesium steht in den handelsüblichen Nahrungsergänzungsmitteln sowohl als anorganische Verbindung in Form von Magnesiumoxid, -chlorid und -carbonat als auch als organische Verbindung wie Magnesiumcitrat, -lactat, -gluconat und -bisglycinat zur Verfügung. Welche Variante gewählt werde, ist nicht entscheidend, wie die AK Niedersachsen erklärt. »Die gesundheitliche Wirkung ist ausschließlich auf den vom Körper aufgenommenen Magnesiumanteil zurückzuführen und lässt sich bei ausreichend hoher Dosierung mit jeder Variante erzielen.«. Entscheidend sei daher nur die auf der Verpackung angegebene Magnesiummenge, nicht die Gesamtmenge des eingesetzten Magnesiumsalzes.

Grundsätzlich nehme der Körper ohnehin nur einen Teil des zugeführten Magnesiums auf – egal, ob es aus Lebens-, Nahrungsergänzungs- oder Arzneimitteln stammt. Um einen Mangel gezielt auszugleichen, ist daher Geduld gefragt: Die Supplementierung sollte über mehrere Wochen erfolgen.

Lebensmittelgruppe Lebensmittel Magnesium (mg pro 100 g)
Nüsse & Samen Kürbiskerne
Sonnenblumenkerne
Mandeln
Cashewkerne
Leinsamen
400–530
330–420
240–270
250–270
300–320
Getreide & Vollkorn Weizenkleie
Haferflocken
Vollkornreis
Quinoa
400–500
120–140
120–140
180–280
Hülsenfrüchte Sojabohnen (getrocknet)
Linsen
Kichererbsen
200–220
30–100
40–140
Gemüse Spinat
Brokkoli
50–80
20–40
Sonstiges Kakaopulver
Zartbitterschokolade
Banane
400–480
100–200
30
Lebensmittel mit viel Magnesium. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung
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