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Fernreisen
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Mit Kindern sicher unterwegs

Reisen mit Kindern ist heute für viele Eltern selbstverständlich, auch in ferne Länder. Auf einer Pressekonferenz des Centrums für Reisemedizin (CRM) informierten Experten, welche Gesundheitsaspekte dabei zu beachten sind.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 23.03.2026  12:00 Uhr

Sonnen- und Mückenschutz

Eltern seien inzwischen besser sensibilisiert, dass Kinder durch Sonne besonders gefährdet sind, sagte Frühwein. Wichtig sei es, die richtigen Produkte zu empfehlen, die stabil und auch für die Haut von Kindern geeignet sind. Mückenschutz sollte 10 bis 15 oder besser 20 Minuten nach dem Sonnenschutz aufgetragen werden. Das sei zwar nervig, aber gerade bei Kindern wichtig. Auch der Hinweis, dass Mückenschutz nicht wasserfest ist, sollte Eltern mit auf den Weg gegeben werden. Sinnvoll sei zudem Kleidungsschutz mit Icaridin, der häufiger aufgetragen werden muss.

Neben all den Risiken betonte Frühwein die positiven Effekte, die Reisen für Kinder haben. Auf Reisen können sie in der Praxis lernen, deutlich mehr als zu Hause. Ausnahmen sind für den Mediziner, der selbst mit zwei kleinen Jungs auch Fernreisen macht, Reisen mit kleinen Kindern in Malaria-Risikogebiete. Auch Urlaub in Krisengebieten müsse nicht sein.

Eltern sollten sich zudem nicht allein auf Checklisten für die Reiseapotheke verlassen, sondern die Prävention speziell auf ihr Kind ausrichten: Wie schwer ist es, wie groß, wie aktiv? Wie gut kann es bereits Hygienemaßnahmen einhalten? Welche Risiken bestehen im Land, welche Aktivitäten sind geplant? »Mit Kindern kann man fast alles machen«, so Frühwein, »man muss es nur vorbereiten, dann funktioniert das Ganze auch.«

Sicher gegen Tollwut

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für eine Tollwutinfektion gering ist, empfiehlt Jelinek die Impfung vor Reisen in Endemiegebiete – vor allem bei Langzeitreisen, Abenteuerurlauben oder möglichem Tierkontakt, denn eine Infektion verläuft immer tödlich. Gut zu wissen: Nach einem Biss oder Kratzer muss erneut zweimal geimpft werden, um schnell eine ausreichende Immunantwort zu induzieren und damit eine Erkrankung zu verhindern. Ungeimpfte erhalten neben der Impfung gegebenenfalls zusätzlich ein Tollwut-Immunglobulin.

Wegen der weltweit geringen Fallzahl von 60.000 Todesfällen denkt manch einer, es würde ihn nicht treffen. Jelinek erlebt jedoch viel Aufregung bei Reisenden, wenn sie Tierkontakt hatten. Auch sind Kinder Hochrisikopersonen. Sie würden Tiere mit Fell mögen und gerne mit ihnen spielen; die Tiere würden es aber nicht mögen, von Kindern am Schwanz gezogen zu werden.

Fast immer geht die Erkrankung, die durch das Rabiesvirus (RABV) ausgelöst wird und sich durch übermäßigen Speichelfluss, Aggression, Krämpfe und krankhafte Wasserscheu bemerkbar macht, auf den Kontakt mit infizierten Hunden zurück. Auch unter anderem Fledermäuse, Füchse, Katzen oder Waschbären können das Virus in sich tragen. Die Inkubationszeit ist sehr unterschiedlich und beträgt durchschnittlich zwei bis drei Monate, selten nur wenige Tage oder mehrere Jahre.

Nach einem Tierbiss oder -kratzer sei die Reise für Betroffene oft ruiniert, weil in vielen Ländern Impfstoffe und Immunglobuline nicht schnell und zuverlässig erhältlich seien, so Jelinek. Die Tollwutimpfung habe immer noch das Image, anstrengend und gefährlich zu sein, sagte der Experte. Dabei seien moderne und sichere Impfstoffe gegen Tollwut seit Langem etabliert.

Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) besteht die Grundimmunisierung gegen Tollwut aus drei Impfstoffdosen an den Tagen 0, 7, 21 oder 28 (Rabipur® oder Verorab®). Die Impfung kann bereits ab dem ersten Lebenstag gegeben werden. Ein Alternativschema sieht nur die ersten beiden Impfdosen vor.

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