US-amerikanischer Präsident Donald Trump hatte schwangere Frauen bei einer Pressekonferenz im September vergangenen Jahres vor der Einnahme von Paracetamol – in den USA unter dem Markennamen Tylenol bekannt – gewarnt. Er stellte dabei allerdings einen Zusammenhang mit Autismus beim Kind her. Experten widersprachen vehement. Eine Übersichtsstudie bestätigte einige Monate darauf erneut, dass die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft nicht das Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Behinderungen erhöht.
Paracetamol ist Experten zufolge das am häufigsten verwendete Schmerz- und Fiebermittel in der Schwangerschaft und wird weltweit als Mittel der ersten Wahl zur Schmerzlinderung und Fiebersenkung empfohlen. Auf einer Aufklärungsseite des Bundesgesundheitsministeriums heißt es, Paracetamol sei bei leichten bis mittelstarken Schmerzen sowie Fieber während der gesamten Schwangerschaft erlaubt. Bei längerer Einnahme sollten Schwangere aber ärztlichen Rat einholen.
Auch das Portal Embryotox der Charité, auf dem sich Schwangere über verschiedenste Arzneimittel und die Folgen einer Einnahme informieren können, stuft Paracetamol als »grün« ein. Das bedeutet: Es wird als Medikament der Wahl empfohlen – dennoch sei immer eine Kosten-Nutzen-Abwägung nötig. Die Charité weist auch darauf hin, dass die unterschiedlichen Ergebnisse zahlreicher Studien zu Paracetamol in der Schwangerschaft und ihre klinische Relevanz in Fachkreisen kontrovers diskutiert werden.
Fischer betont, dass die neuen Ergebnisse Frauen nicht davon abhalten sollten, Paracetamol einzunehmen, wenn dies medizinisch notwendig sei. Sie sollten vielmehr zu Gesprächen mit dem betreuenden Arzt darüber anregen, »wann eine medikamentöse Behandlung notwendig ist und wann alternative Ansätze in Betracht gezogen werden können«.