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PTA und Politikerin
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Wie beide Seiten profitieren

PTA bringen Struktur in die Apotheke. Wie sie sich unter anderem mit dieser Fähigkeit auch sinnvoll in der Politik einbringen können, weiß PTA Simone Gündüz aus Hamburg. Ihre Arbeit zeigt: Wer politisch erfolgreich handeln möchte, muss sich immer wieder auf neue Strukturen, Zuständigkeiten und Gesprächspartner einstellen.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 09.09.2026  08:00 Uhr
Wie beide Seiten profitieren

Seit 2000 – nach erfolgreich absolvierter PKA- und im Anschluss PTA-Ausbildung – , arbeitet Simone Gündüz aus Hamburg als PTA in Apotheken. Ein Jahr später ist die 48-Jährige in die SPD eingetreten, weil sie sich gegen Rechtspopulismus in der Politik speziell zur damaligen Zeit in Hamburg engagieren wollte. Der Grund war also zu Anfang nicht die Gesundheitspolitik, doch ihre Ausbildung prädestinierte sie dafür, auch auf diesem Gebiet politisch mitzuwirken. So war sie von 2010 – dem Jahr ihrer Wahl in die Bezirksversammlung – bis Ende März 2025 in diesem Kommunalparlament Sprecherin für den Bereich Soziales, Gesundheit und Integration. Es folgte 2022 die Wahl zur SPD-Kreisvorsitzenden von Hamburg-Bergedorf. Zusätzlich ist sie Landesvorsitzende der Gesundheits-AG der SPD und in dieser Funktion auch im Bund-Länder-Rat tätig.

Seit März 2025 ist Gündüz Abgeordnete in der Hamburgischen Bürgerschaft, einem Landesparlament. »Da gibt es einmal eine Landesliste und es gibt eine Wahlkreisliste, in Letzterer war ich auf Platz zwei nominiert, wir haben zwei Plätze bekommen und da war das zweite Mandat dann meines«, so Gündüz. Alle Abgeordneten, die in die Bürgerschaft gewählt wurden, bleiben auch weiter in ihren ursprünglichen Berufen, denn es handelt sich um ein Teilzeit-Parlament. So auch Simone Gündüz, die aber wegen der nun vermehrten politischen Arbeit ihre Arbeitszeit in der Apotheke auf zehn Stunden reduziert hat.

Anliegen mitnehmen

Die Arbeit dort zu behalten, ist ihr wichtig, denn »ich bekomme von Kundinnen und Kunden deren Anliegen an die Politik direkt über den HV-Tisch«. Dabei handelt es sich nicht nur um gesundheitspolitische, sondern auch um lokal bedeutsame Anliegen. Aber Apotheken, PTA und deren Belange stehen für Gündüz weiter im Fokus, und zwar beratend. Direkt mitarbeiten kann sie nicht, weil Apothekenanliegen in Hamburg nicht dem Gesundheitsausschuss zugeordnet sind, in dem Gündüz arbeitet, sondern dem Ausschuss für Justiz und Verbraucherschutz. Gündüz und eine Kollegin aus diesem Ausschuss – sie kümmert sich dort um die Apotheken – haben kurzerhand aus der Not eine Tugend gemacht: »Ich habe mit ihr vereinbart, dass ich sie da unterstütze als PTA«.

Wichtiges Thema waren in der letzten Legislatur die Lieferengpässe. Damals hatte eine Kollegin eine Bundesratsinitiative über Hamburg mit initiiert, es gab einen runden Tisch, doch am Ende verlief die Initiative im Sande. Dieses und weitere Themen werden von Gündüz und Kolleginnen weiterverfolgt. »Wir haben jetzt noch einmal einen Termin mit dem Präsidium der Apothekerkammer Hamburg«, sagt sie. Und auch mit Mitgliedern des Apothekervereins pflegen sie gute Kontakte.

Eine neue Initiative soll Apothekenteams und Politik noch mehr zueinander und ins Gespräch bringen: »Wir wollen für Apothekenteams aus Hamburg Rathausführungen anbieten, um in den Austausch zu kommen und Anliegen mitzunehmen«, sagt Gündüz. Apothekenmitarbeitende könnten solche Führungen, für die noch entsprechende Zeitfenster vereinbart werden müssen, auch als Gelegenheit nutzen, den Teamgeist mit einem anschließenden gemeinsamen Beisammensein zu stärken. Bei Interesse kann man sich unter der E-Mail-Adresse simoneguenduez.spd(at)googlemail.com melden.

Der Einfluss auf die »große« Gesundheitspolitik ist vom Stadtstaat Hamburg aus begrenzt, denn sie wird maßgeblich vom Bund gesteuert. Doch das Gespräch auch für die übergreifenden Themen zu suchen, ist Gündüz wichtig. So etwa, wenn es darum geht, ob Versandhändler Zuzahlungen übernehmen. »Da würden wir als Vor-Ort-Apotheken wirklich Probleme bekommen«, so die PTA. »Deshalb bin ich mit der Hamburger Gesundheitssenatorin im Gespräch«. Zwar ist diese wegen der in Hamburg speziellen Zuständigkeiten für Apotheken nicht für diese verantwortlich, sie sitzt aber mit in der Gesundheitsministerkonferenz.

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