PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Lieblingsgemüse der Deutschen?
-
Mythen und Fakten rund um Spargel

Die ersten Triebe sprießen in diesem Jahr früh. Bei Spargelfans steigt schon die Vorfreude auf das Gemüse. Zeit für einige Fakten zum deutschen Hype um die weißen und grünen Sprossen.
AutorKontaktdpa
Datum 14.03.2026  11:00 Uhr

Behauptung: »Spargel ist ein Aphrodisiakum«

Stimmt nicht. Spargel enthält wie andere Gemüse Stoffe wie Vitamine, die der Gesundheit – und damit auch der sexuellen – generell förderlich sind. Der seit Jahrhunderten gängige Ruf als potenzielles Aphrodisiakum ist Experten zufolge aber wohl vor allem auf das phallusähnliche Aussehen zurückzuführen.

»Spargel essen lässt den Urin stinken«

Hui auf dem Teller, igitt auf dem Klo: Spargelurin kann tatsächlich heftig stinken. Verantwortlich ist ein Enzym, das die Asparagusinsäure aufspaltet und schwefelhaltige Verbindungen freisetzt, die anschließend ausgeschieden werden, heißt es in einem Beitrag im Magazin »Chemie in unserer Zeit«. Spargel ist demnach das einzige Gemüse, das die Schwefelverbindung Asparagusinsäure und Abwandlungen davon synthetisieren kann.

Nicht jeder, sondern nur knapp jeder zweite Mensch produziert müffelnden Spargelurin – eine Fähigkeit, die vererbt wird, wie es in dem Beitrag heißt. Unabhängig davon nehmen einige Glückliche den Geruch gar nicht wahr. Und es soll sogar Menschen geben, die den Dunst als wohlriechend empfinden.

Im Spargel selbst ist Asparagusinsäure übrigens von großem Nutzen: Sie beschleunigt das unterirdische Sprosswachstum, hemmt das Wachstum fremder Pflanzen in der Umgebung und wirkt gegen Fressfeinde.

Mythos: »Spargel ist ein urdeutsches Gemüse«

Stimmt nicht. Die Heimat von Asparagus officinalis sind der Bundesanstalt BLE zufolge die Salzsteppen und sandigen Meeresdünen in Osteuropa, Vorder- und Mittelasien. Seit dem 2. Jahrhundert vor Christus seien Anbauanleitungen bei den Römern bekannt. »Sie schätzten Spargel als Gemüse- und Heilpflanze und brachten ihn auch in Länder nördlich der Alpen.«

In Deutschland wuchs die Staude zunächst wohl vor allem in Klostergärten. Seinen Siegeszug in den Küchen begann der Spargel ab Ende des 19. Jahrhunderts. »Heute wird er in fast allen Ländern des gemäßigten und warmen Klimas angebaut«, so die Bundesanstalt.

Weltweit werden demnach jährlich etwa 8,5 Millionen Tonnen erzeugt, vor allem in China, mit Abstand gefolgt von Peru, Mexiko, Deutschland, Spanien, Italien und den USA.

TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa