| Isabel Weinert |
| 29.10.2026 12:00 Uhr |
Je höher verarbeitet Nahrungsmittel sind, desto ungünstiger sind die Reaktionen, die sie im Stoffwechsel und im Gehirn auslösen. / © Getty Images/coldsnowstorm
Während einige Forschende bisher einwandten, der beobachtete negative Effekt hochverarbeiteter Lebensmittel auf die Gesundheit sei dem hohen Kalorien-, Zucker-, Salz- und Fettgehalt zuzuschreiben, zeigt die neue Untersuchung nun, dass es tatsächlich am Verarbeitungsgrad der »Ultra-Processed Foods« (UPF) liegen könnte.
Dazu erhielten 32 von insgesamt 57 gesunden, normalgewichtigen Menschen im Alter von im Schnitt 26 Jahren an zwei Tagen in zufälliger Reihenfolge jeweils entweder eine UPF-Mahlzeit oder eine normale Mahlzeit. Die Mahlzeiten unterschieden sich weder in ihrem Gewicht, im Kaloriengehalt, in der Energiedichte noch in der Menge an Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß und auch nicht im glykämischen Index.
Trotz der Übereinstimmungen fiel die Insulinantwort nach der UPF-Mahlzeit deutlich stärker aus und war über den dreistündigen Beobachtungszeitraum hochsignifikant erhöht, so die DGN.
Die Forschenden schließen daraus, dass die Hochverarbeitung die Lebensmittelmatrix und damit die Verwertung dieser Nahrung im Magen-Darm-Trakt verändert. Das bleibt auch im Gehirn nicht ohne Spuren: Mittels funktionellem MRT ließ sich zeigen, dass die UPFs neuronal anders verarbeitet werden. Das und die Unterschiede in der Insulinantwort könnten neurologischen Erkrankungen Vorschub leisten. Weitere Studien seien aber notwendig, um zu erhärten, dass tatsächlich der Verarbeitungsgrad der wesentliche Faktor für die Unterschiede sei.