Man muss nicht gleich Bäume umarmen, um von der Natur zu profitieren. Es genügt laut Studie, sich häufiger in natürlichen Umgebungen aufzuhalten. / © Adobe Stock/Weerapat W.
Der Aufenthalt in der Natur sorgt über ein positives Körpergefühl für eine höhere Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie auf der Basis einer Befragung von mehr als 50.000 Menschen in 58 Ländern.
Die Natur wirke dabei nicht so stark direkt auf die Lebenszufriedenheit, sondern über Umwege: Der Kontakt mit der Natur trage zu einem stärkeren Selbstmitgefühl und einer höheren wahrgenommenen Erholung bei, schreibt das Team im Journal »Environment International«. Beides sei mit einem positiveren Körperbild verbunden, das letztendlich die Lebenszufriedenheit erhöhe.
»Wir wissen, dass der Aufenthalt in der Natur unserer psychischen und physischen Gesundheit zuträglich ist«, sagte Erstautor Viren Swami von der Anglia Ruskin University in Cambridge (England). Mit Verweis auf aktuelle Studien schreibt sein Team, dass Menschen, die sich häufiger in natürlichen Umgebungen aufhalten, von einem größeren Wohlbefinden berichten, dass sie ihr Leben als sinnstiftender empfinden und sich glücklicher fühlen. Der Zusammenhang zwischen Naturkontakt und geistiger Gesundheit sei allerdings komplex, betonen die Studienautoren. Einige neuere Studien zeigen eine Verknüpfung mit einem positiven Körperbild auf.
Das Team um Swami wollte es genauer wissen. Es wertete eine internationale Befragung, den »Body Image in Nature Survey«, im Hinblick auf ein neues Modell aus. Die Daten wurden von November 2020 bis Februar 2022, also während der Corona-Pandemie, per Fragebogen in 65 Ländern erhoben. Wegen fehlender Daten bei einigen Befragungen wurden schließlich die Antworten von 50.363 Menschen aus 58 Nationen ausgewertet. Die Personen waren zwischen 18 und 99 Jahre alt und zu knapp 60 Prozent weiblich. Die Datenerhebung fand in Ländern aus allen Weltregionen statt, allerdings sind Afrika, Zentralasien, die Karibik und Mittelamerika unterrepräsentiert.