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Neueinführung
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Innovation bei Blasenkrebs

Mitte September kam der neue Wirkstoff Nogapendekin alfa inbakicept (Anktiva® 400 µg Konzentrat zur Herstellung einer intravesikalen Suspension, ImmunityBio Ireland) auf den deutschen Markt. Er kommt bei bestimmten Patienten mit Blasenkrebs infrage.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 30.09.2026  08:00 Uhr

Zugelassen ist Anktiva bei Erwachsenen mit nicht muskelinvasivem Blasenkrebs (NMIBC). Das ist ein Tumor, der die Schleimhaut der Blase betrifft. Das neue Mittel ist für Personen mit Krebserkrankungen bestimmt, die sich nicht über die Innenschleimhaut der Blase hinaus ausgebreitet haben. Das bezeichnen Mediziner als sogenanntes Carcinoma in situ. Anktiva wird mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG), einer Standard-Blasenkrebstherapie, die das Immunsystem stimuliert, angewendet, wenn der Krebs nicht auf die Behandlung mit BCG allein angesprochen hat.

Nogapendekin alfa inbakicept enthält eine modifizierte Variante von Interleukin-15 (IL-15), die eine verstärkte agonistische Aktivität besitzt. Dieses IL-15 ist an ein Fusionsprotein, bestehend aus einer Domäne des IL-15-Rezeptors α (IL-15Rα) und einem IgG1-Fragment, gebunden. Das ergibt in der Summe sozusagen einen IL-15-Superagonisten.

Die Bindung von Nogapendekin alfa inbakicept an seinen Rezeptor führt zur Proliferation und Aktivierung von natürlichen Killerzellen, CD8+-T-Zellen und Gedächtnis-T-Zellen. Auf diese Weise verstärkt Anktiva die gegen den Tumor gerichtete Immunreaktion. Positiv ist auch, dass es nicht zur Proliferation von immunsuppressiven Treg-Zellen kommt, die die Immunantwort gegen den Tumor bremsen können.

Anktiva wird zusammen mit BCG intravesikal appliziert. Bei einer intravesikalen Gabe wird ein Medikament über einen dünnen Katheter direkt in die Harnblase gefüllt. Die Behandlung beginnt mit einer Induktionsphase, in der Anktiva sechs Wochen lang einmal wöchentlich gegeben wird (empfohlene Dosis jeweils 400 µg). Nach drei Monaten kann nach Beurteilung durch den Arzt eine Wiederholung der Induktionsphase notwendig werden.

In der Erhaltungstherapie wird Anktiva zusammen mit BCG einmal wöchentlich über drei Wochen in den Monaten 4, 7, 10, 13 und 19 gegeben. Bei Personen mit papillären Tumoren (Wucherungen, die in der Blasenschleimhaut beginnen) sollten diese vor Beginn der Erhaltungstherapie chirurgisch entfernt werden. Ärzte müssen regelmäßig Tests durchführen, um die Patienten zu überwachen. Personen mit anhaltendem vollständigen Ansprechen nach circa zwei Jahren können weitere neun Dosen Anktiva über einen weiteren Zeitraum von einem Jahr erhalten.

Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind Dysurie, Hämaturie, Pollakisurie, Harnwegsinfektion, Harndrang, Ermüdung, Schüttelfrost, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems und Fieber. In der Fachinformation ist zudem ein Warnhinweis zu finden, der sich auf das Risiko des Fortschreitens zu muskelinvasivem und metastasiertem Blasenkrebs bei verzögerter Entfernung der Harnblase (Zystektomie) bezieht. Das gilt es auch immer mitzubedenken.

Während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird die Behandlung nicht empfohlen. Die Behandlung kann während der Stillzeit angewendet werden.

Anktiva ist im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad Celsius zu lagern.

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