| Isabel Weinert |
| 16.09.2026 17:30 Uhr |
Wie profitiert man am meisten vom DAC/NRF? Das erklärte Dr. Stefanie Melhorn, Leiterin des NRF. / © PZ/Isabel Weinert
Zunächst müssten sich PTA bei einer unbekannten Verordnung einige Fragen stellen: Gibt es eine standardisierte DAC/NRF-Rezeptur? Wenn nicht: Welche Grundlage eignet sich? Wie kann ich die Haltbarkeit festlegen? Wie mache ich die Plausibilitätsprüfung? Und im letzten Schritt geht es natürlich um die Herstellung. Melhorn stellte die wichtigsten Werkzeuge vor, um die Antworten auf diese Fragen zu finden.
Zunächst gibt man das Schlagwort oder die Schlagworte oder auch nur Teile davon ein. Eine Trefferliste erscheint. Wer auf den Reiter »Rezepturenfinder« klickt, erfährt, wie es um die Plausibilität der jeweils ausgewählten Rezeptur steht und welche Alternativen existieren. Der Finder kennzeichnet Rezepturen zudem mithilfe eines Ampelsystems: Grün steht für standardisierte und geprüfte Rezepturen, Gelb für nicht geprüfte, aber vom DAC/NRF eingeordnete, und Rot für inkompatible beziehungsweise bedenkliche Formeln. Herstellungsanweisungen finden sich hier noch nicht, aber sehr wohl Angaben zur Haltbarkeit.
Wer den Reiter »Rezepturhinweise« wählt oder dorthin gelangt, weil er den entsprechenden Link im Rezepturenfinder anklickt, bekommt dort Hintergrundinformationen zu den einzelnen Rezepturbestandteilen sowie den Darreichungsformen. Hier stehen auch die physikalisch-chemischen Eigenschaften, Angaben zur Prüfung der Stoffe und zur Anwendung. Zur Stabilität der Wirkstoffe findet man ebenfalls Informationen.
Wichtig der Hinweis Melhorns: In den Rezepturhinweisen findet man auch, was nicht funktioniert, selbst wenn man von einer standardisierten Rezeptur ausgeht. In den mehr als 530 Dokumenten stehen auch freie Rezepturformeln. Die Rezepturhinweise seien eine Ergänzung zum DAC/NRF-Werk mit zahlreichen Querverweisen, so Melhorn.
Ein weiterer Reiter auf der Website: das DAC/NRF-Werk. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Sammlung von Rezepturen, sondern man findet dort auch Anlagen mit Prüfmethoden, Stoffmonografien für Substanzen, die nicht im DAB zu finden sind, die alternative Identifizierung sowie allgemeine Hinweise zu Herstellung, Kennzeichnung, Haltbarkeit und Darreichungsformen. Auch woher man die Substanzen beziehen kann, wird hier aufgeführt.
Ist die theoretische Vorarbeit geleistet, braucht man die DAC/NRF-Tools als Werkzeugkasten für die Rezeptur. Die dort angezeigten Rechenhilfen ermöglichen unter anderem die Ermittlung des Einwaagekorrekturfaktors und die Ansatzberechnung. Vielen PTA hilft dort auch ein Tool mit Vorlagen zur Dokumentation oder auch für die Kommunikation. Die Briefvorlagen lassen sich etwa nutzen, wenn man mit dem Arzt etwas klären muss.