Die Diagnose erfolgt in der Regel in der Frauenarztpraxis anhand der sogenannten Rotterdam-Kriterien. »Um PCOS festzustellen, müssen mindestens zwei von drei Kriterien erfüllt sein, nachdem andere mögliche Ursachen ausgeschlossen wurden«, sagt Sita Arjune.
Zu den Rotterdam-Kriterien gehören:
In den neuen Leitlinien wird die Bestimmung des sogenannten Anti-Müller-Hormons dem Ultraschall der Eierstöcke gleichgesetzt. »Das bedeutet für die Patientinnen, dass nicht unbedingt ein Ultraschall notwendig ist, sondern eine Blutabnahme ausreicht«, erklärt Sita Arjune.
Bei der Behandlung von PCOS geht es vor allem darum, Symptome zu mindern und langfristige Risiken – wie die, Diabetes zu entwickeln – so gering wie möglich zu halten. »Vielen Betroffenen hilft es, PCOS aktiv zu managen, indem sie sich gut informieren, realistische Ziele setzen und gemeinsam mit dem Behandlungsteam einen individuellen Plan erstellen«, sagt Nicole Reisch.
Ziel der Therapie sei es, das Körpergewicht zu reduzieren, die Insulinresistenz zu verbessern und den Zyklus zu regulieren. »Dazu sollte einmal und zuallererst natürlich eine Lebensstiländerung erfolgen«, sagt Nicole Reisch. »Dazu zählen eine kalorienreduzierte, ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität.« Um Lebensgewohnheiten umzustellen, kann auch psychologische Unterstützung hilfreich sein.
Auch verschiedene Medikamente kommen bei der Behandlung von PCOS zum Einsatz. Zur Zyklusregulation ist die Antibabypille erste Wahl, wie Nicole Reisch sagt. Gegen vermehrte Behaarung können beispielsweise Cremes eingesetzt werden.
Betroffene müssen sich von ihrem Kinderwunsch nicht zwangsläufig verabschieden. »Bei Frauen mit PCOS kann häufig eine Schwangerschaft entweder auf natürlichem Weg oder mit Unterstützung erfolgreich erreicht werden«, sagt Nicole Reisch. Der erste Schritt sei immer die Reduktion des Körpergewichts. »Übergewicht hat negative Auswirkungen auf die Schwangerschaftschancen sowie auf Probleme, die während der Schwangerschaft auftreten.«
Zur Kinderwunschbehandlung können zudem spezielle Medikamente eingesetzt werden. »Das erfolgt in Absprache mit der behandelnden Gynäkologie und Reproduktionsmedizin«, sagt Sita Arjune. Klappt es mit der Schwangerschaft auf natürlichem Wege nicht, sollten betroffene Frauen keine Scheu haben, eine Kinderwunschklinik aufzusuchen.