Die Aktionswoche findet jährlich im November statt. / © Uppsala Monitoring Centre
Das zentrale Anliegen der #MedSafetyWeek: die Erkennung und Meldung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen fördern – sowohl durch Fachpersonal als auch durch die Patientinnen und Patienten selbst. Koordiniert wird die jährlich stattfindende Kampagne durch das Uppsala Monitoring Centre (UMC) in Schweden. An der Aktionswoche beteiligen sich laut UMC-Website 130 Länder und 140 Organisationen, in Deutschland etwa das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI).
Auch die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) ruft Apotheken vor dem Hintergrund der Aktionswoche dazu auf, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung oder anderer Arzneimittelrisiken zu melden. Denn gerade die Spontanmeldungen trügen dazu bei, bislang unerkannte Risiken aufzudecken, bestehendes Wissen zu ergänzen und Maßnahmen zur Risikominimierung einzuleiten.
Apotheken können sich selbst an der #MedSafetyWeek beteiligen und die Botschaft weitertragen. Vorlagen, zum Beispiel für Social-Media-Posts oder Poster, sowie viele weitere Informationen finden sich unter who-umc.org/medsafetyweek.
Dass die Meldung von Verdachtsfällen wirklich etwas bringt, kann man in einem aktuellen Beitrag des Bulletins für Arzneimittelsicherheit (Ausgabe 3, 2026) nachlesen, an dem die AMK beteiligt war. Im Fokus stehen OTC-Arzneimittel, die oft als eher harmlos gelten. »Diese Wahrnehmung kann jedoch dazu führen, dass unerwünschte Arzneimittelwirkungen seltener erkannt, abgeklärt oder gemeldet werden«, so die AMK.
Einer Studie zufolge gingen etwa 4 Prozent der stationären Aufnahmen einer internistischen Klinik auf Neben- und Wechselwirkungen im Zusammenhang mit Arzneimitteln der Selbstmedikation zurück. »Gerade deshalb sind Meldungen zu Verdachtsfällen bei OTC-Arzneimitteln besonders wertvoll«, heißt es in dem Beitrag. Und weiter: »Jede Meldung hilft dabei, das Wissen über die sichere Anwendung auch solcher Arzneimittel zu erweitern, die seit vielen Jahren verfügbar sind.« Tatsächlich entfielen rund 15 Prozent aller AMK-Meldungen in den Jahren 2020 bis 2025 auf OTC-Präparate.
Das Uppsala Monitoring Centre nimmt an, dass weniger als 10 Prozent aller auftretenden Nebenwirkungen gemeldet werden. Auch die AMK geht weiterhin von einem großen Underreporting aus und bittet alle Apotheken um Mithilfe. Denn gerade bei Problemen in der Selbstmedikation sind die Apotheken erste Ansprechpartner. Ob vermutete Nebenwirkung, Anwendungsfehler oder Qualitätsmangel – die AMK ruft zur Meldung von Verdachtsfällen auf, auch wenn die Nebenwirkung bereits in den Fach- und Gebrauchsinformationen steht. Es gehe darum, die Häufigkeit besser einschätzen zu können.