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Beratung kompakt
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Richtig handeln im Notfall

Ob in der Apotheke, zu Hause oder unterwegs: Im Notfall zählt jede Minute. Dennoch zögern viele, Erste Hilfe zu leisten – aus Unsicherheit oder Angst, etwas falsch zu machen. Dabei gilt: Jede Maßnahme ist besser als keine.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 08.06.2026  08:00 Uhr

Bewusstsein prüfen

  • Person laut ansprechen und vorsichtig an den Schultern rütteln
  • reagiert die Person: beruhigen, betreuen, im Zweifelsfall den Notruf 112 wählen
  • reagiert die Person nicht: laut um Hilfe rufen, Umstehende einbeziehen und unmittelbar die Atmung überprüfen

Atmung prüfen

  • Atemwege freimachen: Verunglückten (auf den Boden) legen, seinen Kopf vorsichtig nach hinten neigen und gleichzeitig das Kinn anheben
  • Ohr über Mund und Nase halten, Blick auf den Brustkorb richten
  • prüfen, ob sich der Brustkorb hebt, Atemgeräusche hörbar sind oder Luftstrom an der Wange spürbar ist
  • Atmung maximal zehn Sekunden prüfen; keine normale Atmung vorhanden, sofort weitere Maßnahmen (wie im Folgenden beschrieben)

Stabile Seitenlage

Bei bewusstlosen, aber atmenden Personen Mund als tiefsten Punkt lagern, damit Erbrochenes oder Blut abfließen kann und kein Ersticken droht.

  • seitlich neben die Person knien, beide Beine des Verunglückten ausstrecken
  • den körpernahen Arm nach oben anwinkeln, den körperfernen Arm vor der Brust kreuzen und mit dem Handrücken an die Wange legen
  • den körperfernen Oberschenkel anwinkeln und die Person vorsichtig in die Seitenlage ziehen; das obere Bein liegt im rechten Winkel
  • Kopf leicht nach hinten neigen, Mund öffnen und mit der untergelegten Hand die Kopfposition stabilisieren
  • Notruf 112 veranlassen oder selbst absetzen
  • Atmung regelmäßig kontrollieren

Herzdruckmassage

Wenn die Person bewusstlos ist und nicht normal oder gar nicht atmet.

  • sofort Notruf 112 absetzen, idealerweise durch weitere Person
  • Oberkörper des Verunglückten freimachen
  • seitlich auf Brusthöhe hinknien
  • die Hände übereinander in der Mitte des Brustkorbs positioniert, die Arme sind durchgestreckt und drücken senkrecht nach unten
  • Frequenz: etwa 100 bis 120 Kompressionen pro Minute (Orientierung: »Stayin’ Alive« von den Bee Gees)
  • Brustkorb 5 bis 6 Zentimeter tief eindrücken, danach vollständig entlasten
  • Druck‑ und Entlastungsphase gleich lang halten
  • Wiederbelebung fortführen, bis der Rettungsdienst übernimmt oder ein Defibrillator eingesetzt wird
  • wenn möglich, mit anderer helfender Person abwechseln

Beatmung

  • Kopf der Person vorsichtig nach hinten neigen, Kinn anheben (Atemwege öffnen)
  • Nase mit zwei Fingern verschließen
  • zweimal jeweils etwa eine Sekunde beatmen, sodass sich der Brustkorb sichtbar hebt
  • danach sofort mit der Herzdruckmassage fortfahren
  • 30 Kompressionen mit 2 Beatmungen im Wechsel
  • wer sich die Beatmung nicht zutraut, sollte kontinuierlich die Herzdruckmassage durchführen

Kinder und Säuglinge

  • Ursache für Kreislaufstillstand ist oft Sauerstoffmangel, daher zunächst fünfmal beatmen
  • danach Herzdruckmassage und Beatmung im Verhältnis 30:2
  • Kinder: je nach Größe mit einer oder zwei Händen reanimieren
  • Säuglinge: Herzdruckmassage mit zwei Fingern
  • unabhängig vom Alter: etwa ein Drittel des Brustkorbes eindrücken

Hilfe per Knopfdruck

Ein automatisierter externer Defibrillator (AED) kann Leben retten. Geräte sind durch Sprach‑ und Bildanweisungen für Laien geeignet.

  • AED einschalten und Elektroden wie gezeigt auf den entblößten Brustkorb kleben
  • Gerät analysiert Herzrhythmus und fordert gegebenenfalls zur Schockabgabe auf
  • währenddessen darf niemand die Person berühren
  • nach Aufforderung durch das Gerät sofort mit Herzdruckmassage fortfahren
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