Der Juni 2026 war dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge mit im Mittel 19,5 Grad der zweitwärmste seit Messbeginn. Nur 2019 war es demnach mit im Schnitt noch wärmer. Doch die Hitzewelle Ende Juni 2026 zeigte mehrere Extreme. Die Nacht vom 27. auf den 28. Juni war dem DWD zufolge nach derzeitigen Daten die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Bei der Hitzewelle hat er auch mehrfach Temperaturen von über 41 Grad registriert. Zudem wurde am 27. Juni nach DWD-Angaben deutschlandweit an 46 Stationen die 40-Grad-Marke geknackt.
Große Hitze ist besonders für ältere Menschen gefährlich. »In einigen Fällen, zum Beispiel beim Hitzeschlag, führt die Hitzeeinwirkung unmittelbar zum Tod«, hieß es vom RKI. In den meisten Fällen gebe es jedoch eine Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen. Daher werde Hitze auf dem Totenschein normalerweise nicht als die zugrundeliegende Todesursache angegeben. Das Ausmaß hitzebedingter Todesfälle wird laut RKI mit Hilfe statistischer Methoden geschätzt.
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz wies auf die teils hohen Temperaturen in Pflegeheimen und Krankenhäusern hin. Medizinisch-pflegerische Einrichtungen seien häufig nicht für den Klimawandel gewappnet, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung. »Schon an einfachsten Maßnahmen wie Außenbeschattungen mangelt es. Hitzeschutzpläne enden dort, wo der Patientenschutz Geld kostet, und die Umsetzung dauert.« Er forderte ein Hitzestopp-Investitionsprogramm aus Bundesmitteln in Höhe von 30 Milliarden Euro für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.
Die RKI-Auswertung basiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes zu Sterbefällen und Lufttemperaturdaten von 52 Wetterstationen des DWD. Die Zahlen der letzten 9 berücksichtigten Wochen können jeweils noch durch Nachmeldungen beeinflusst werden, wie es vom RKI hieß. Die Schwankungsbreite der Schätzungen ist hoch: Sie beträgt 4410 bis 5850 hitzebedingte Sterbefälle von April bis 28. Juni dieses Jahres.
Die RKI-Daten zeigen zudem, dass mehr Frauen als Männer wegen der Hitze sterben – was sich auf den hohen Frauenanteil in den älteren Altersgruppen zurückführen lasse.