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Schnelle Hilfe bei Mundsoor

Egal ob bei Groß oder Klein: Eine Candidose der Mundschleimhaut – auch Mundsoor genannt – kann ganz schön weh tun. Umso wichtiger sind eine gezielte Beratung in der Apotheke sowie eine konsequente Therapie.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 09.06.2026  08:00 Uhr

Vorsicht Wechselwirkung

Da Miconazol nach der Anwendung auf der Mundschleimhaut teilweise systemisch aufgenommen wird, sind Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln möglich, die über CYP2C9 und CYP3A4 verstoffwechselt werden. In der Folge können bei gleichzeitiger Einnahme – unter anderem von Statinen (wie Simvastatin), Antiepileptika (wie Carbamazepin oder Phenytoin), Benzodiazepinen (wie Midazolam), Antikoagulanzien (wie Warfarin) sowie einzelnen Antiallergika (wie Terfenadin) und Immunsuppressiva (wie Ciclosporin) – verstärkte Wirkungen und Nebenwirkungen zustande kommen. Eine Anwendung sollte dann nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Ebenfalls ein Fall für den Arzt sind Schwangere und Kinder sowie Patienten mit einer chronischen Grunderkrankung. Treten die Symptome erstmals auf, besteht die Gefahr einer Fehldiagnose, sodass zunächst eine ärztliche Abklärung erfolgen sollte. Gleiches gilt bei häufig wiederkehrenden Infektionen innerhalb von 12 Monaten, da hier eine rezidivierende Candidose oder begünstigende Grunderkrankungen vorliegen können.

Da die meisten oralen Candidosen durch Candida albicans verursacht werden, reicht eine gezielte Therapie mit Nystatin in der Regel aus. Miconazol weist hingegen ein breiteres antimykotisches Wirkspektrum auf und wird daher vor allem dann eingesetzt, wenn ein anderer Erreger vermutet wird oder die Behandlung mit Nystatin nicht ausreichend wirkt.

Ping-Pong-Effekt vorbeugen

Damit nach einer erfolgreichen Therapie nicht gleich die nächste Soorinfektion erfolgt, ist eine gute Hygiene nötig. Prothesenträger sollten den Zahnersatz zur Nacht entfernen und ebenfalls jedesmal mit Gel abbürsten. Außerdem sollte das Apothekenteam Patienten mit chronischer Candidose dazu anhalten, einen Zahnarzttermin zur Überprüfung des korrekten Sitzes zu vereinbaren. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Prothese nach jeder Mahlzeit unter lauwarmem Wasser zu reinigen.

Eine gute Hygiene ist auch bei Babys mit Mundsoor wichtig: Schnuller, Beißringe oder Trinkflaschen sollten nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt werden, um Speisereste zu entfernen. Zusätzlich ist ein regelmäßiges Sterilisieren, etwa durch Abkochen oder im Vaporisator, sinnvoll, da so Hefepilze zuverlässig abgetötet und erneute Ansteckungen verhindert werden können. Stillende Mütter sollten daran denken, ihre Brustwarzen mitzubehandeln. Geeignete Wirkstoffe sind Nystatin und Clotrimazol (etwa in Multilind® Heilsalbe oder Canifug® Creme). Eine Candidose kann ansonsten zu schmerzhaften Entzündungen der Brustwarze und zu einer gegenseitigen Wiederansteckung zwischen Mutter und Kind führen. Vor dem Stillen müssen etwaige Salbenreste natürlich mit einem sauberen Tuch entfernt werden. Zudem sollten Mütter nach dem Stillen die Brust sorgfältig säubern und nur trockene Einmalstilleinlagen verwenden.

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