| 07.07.2026 14:00 Uhr |
Krankenhausangst ist weit verbreitet. / © Getty Images/Image taken by Mayte Torres
Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) aus dem Jahr 2025 leidet etwa jeder Vierte in Deutschland unter Krankenhausangst. Befragt wurden dafür 1879 Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren. Woher kommt die Angst vor der Klinik, wie kann man damit umgehen, wann braucht es professionelle Hilfe?
Die Gründe für die Angst vor Operationen und dem Krankenhaus sind vielfältig. Für manche ist es die Sorge vor Komplikationen. Andere fühlen sich unwohl beim Gedanken an eine Vollnarkose. Und wieder andere fürchten einen Eingriff in ihre Intimsphäre – und haben etwa Sorge davor, in den ersten Tagen nach der OP nicht selbstständig auf die Toilette gehen zu können.
»Viele Patienten haben bereits negative Erfahrungen gemacht und fürchten, dass sich diese wiederholen«, sagt Michael Volland. Er leitet die Projektgruppe »Angstfreies Krankenhaus« an der Klinik Waldfriede in Berlin.
Aber nicht immer hat die Vergangenheit ihre Finger im Spiel. »Auch wenn man im Alltag nicht von Ängsten belastet ist, kann ein Krankenhausaufenthalt kniffelig werden, weil man einen Teil der Kontrolle abgeben muss«, sagt Professor Dirk Wedekind. Er ist Oberarzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Göttingen. »Oft sind es Erwartungsbefürchtungen, das Gefühl, ein Stück macht- und ratlos zu sein, die zur Angst führen.«
Manchmal kann schon ein Perspektivwechsel auf die Angst guttun: Denn sie zeigt erst einmal nur an, dass eine besondere Situation vor einem liegt, der man sich stellen muss. Oft warten auf der anderen Seite, wenn etwa die Operation überstanden ist, Erleichterung und Stolz.
Ob in Form von Panikattacken oder schweren Schlafstörungen: Nimmt die Angst vor dem Krankenhaus überhand, wird sie nicht nur zur enormen Belastung für Patientinnen und Patienten, sondern kann im Extremfall auch Auswirkungen auf den Erkrankungsverlauf und die Prognose haben, so Dirk Wedekind. Nicht zuletzt sorgten starke Ängste auch immer wieder dafür, dass Patienten wichtige Operationstermine absagen.
Wer also merkt, dass ein anstehender Klinikaufenthalt enorme Ängste auslöst, sollte sich am besten rechtzeitig um psychotherapeutische Unterstützung kümmern. Was kann man noch tun? Diese vier Strategien können helfen: