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Ein-Satz-Regel & Selbstmitgefühl
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Tipps gegen zwanghaftes Rechtfertigen

Überschwängliche Entschuldigungen, Gedankenkreisen um vergangene Gespräche oder Rückversicherung bei Freunden: Manche Menschen haben schon bei Kleinigkeiten den Drang, sich für ihr Verhalten zu rechtfertigen.
AutorKontaktdpa
Datum 06.05.2026  08:00 Uhr

3 Tipps gegen den Rechtfertigungszwang

Ob nun im Rahmen einer Erkrankung oder als Teil von Charaktereigenschaften, hilfreich ist das Rechtfertigen nicht. »Es bringt zwar kurzfristig Entlastung, aber langfristig ist es symptomerhaltend«, betont Bossmann. Denn Betroffene interpretieren die empfundene Entlastung als Bestätigung ihres Verhaltens – und werden das auch in Zukunft weiter an den Tag legen.

Was also tun? Für schwierige Beziehungen rät Christa Roth-Sackenheim, sich Verbündete zu suchen – etwa Freunde fragen, wie sie mit solchen Situationen umgehen. Ansonsten sei auch der Hausarzt oder die Hausärztin ein erster Ansprechpartner.

Ulrike Bossmann hat drei Strategien, mit denen man den Rechtfertigungszwang verringern kann:

  • Ein-Satz-Regel: Bei diesem Vorgehen beschränkt man sich auf maximal einen Satz an Informationen und fügt danach bewusst nichts hinzu. Der Reflex, sich zu rechtfertigen, darf unbeantwortet bleiben – vor allem dort, wo das Gesagte sonst nur der Beruhigung dienen würde.
  • Schuld-Exposition: Das bedeutet, in einer Situation bewusst weniger zu sagen als sich ›richtig‹ anfühlt, und im Austausch auf Rückversicherungen (»War das okay von mir?« oder »Findest du, ich habe überreagiert?«) zu verzichten. Mit der Zeit lernt man: Die befürchtete Katastrophe tritt nicht ein.
  • Selbstmitgefühl: Man überlegt sich einen Satz, den man sich selbst sagt, statt sich zu rechtfertigen – das kann durchaus eine gute Ergänzung zu den beiden anderen Strategien sein. Ein Beispiel wäre »Ich darf existieren, ohne mich zu erklären«. Denn Selbstmitgefühl kann den Rechtfertigungsdrang signifikant reduzieren.
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