Auch wenn nicht jede depressive Verstimmung sofort Behandlung braucht, sollten sich Betroffene bei Bedarf Hilfe holen. »Wenn eigene Strategien nicht mehr reichen und die Symptome erhebliche Auswirkungen auf den Alltag haben und ich zum Beispiel meinen Beruf nicht mehr ausüben kann, brauche ich professionelle Hilfe«, so Voderholzer.
Das muss nicht immer sofort eine Psychotherapie sein. Erste Anlaufstelle kann etwa die Hausarztpraxis sein. Unter Umständen können auch niedrigschwellige Therapieangebote wie digitale Gesundheitsanwendungen helfen. Diese »Apps auf Rezept« geben Betroffenen Strategien gegen die depressive Verstimmung an die Hand. Wichtig sind aber die konsequente Nutzung und eine grundsätzliche Offenheit gegenüber dem Programm. Sich bei depressiven Episoden Hilfe zu suchen und anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Schritt zu Stabilität.
Sind Sie verzweifelt, hoffnungslos, alles erscheint sinnlos und Sie sehen keinen Weg aus der Not? Denken Sie möglicherweise manchmal daran, sich das Leben zu nehmen?
Es gibt Ansprechpartner, die dafür da sind, Menschen in Ihrer Situation zu helfen. Dazu zählen unter anderem Hausärzte, Psychotherapeuten und Psychiater oder auch Notfallambulanzen in Kliniken.
Auch die Telefonseelsorge ist Tag und Nacht für Sie erreichbar. Sie berät Sie anonym und kostenfrei unter den bundesweit gültigen Nummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 sowie per E-Mail und im Chat auf der Webseite der Telefonseelsorge. Kinder und Jugendliche finden außerdem auch Hilfe unter der Nummer 0800/111 0 333.
Es ist auch möglich, zu einem persönlichen Gespräch bei der Telefonseelsorge vorbeizukommen. Die 25 Standorte in Deutschland für eine Beratung vor Ort finden Sie hier.