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Vitamin D für jedermann?

Sommer, Sonne, Sonnencreme – aber was ist mit Vitamin D? Sonnenschutz hält UV-Strahlung von der Haut fern, was die Vitamin-D-Synthese beeinträchtigen könnte. In der Beratung stellt sich häufig die Frage, wie relevant das im Alltag ist.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 26.05.2026  08:00 Uhr

Vitamin D3

Sonnenlicht

  • je nach Hauttyp und Jahreszeit mehrmals wöchentlich Gesicht, Hände und Arme 5 bis 25 Minuten unbedeckt der Sonne aussetzen (Sonnenbrand vermeiden)
  • etwa 80 bis 90 Prozent des Bedarfs können so gedeckt werden
  • Säuglinge  unter einem Jahr nicht der direkten Sonne aussetzen (fehlender Eigenschutz)

Angemessene Zufuhr

  • Schätzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei fehlender endogener Vitamin‑D‑Synthese
  • Säuglinge: 10 µg (400 I. E.) täglich
  • Kinder ab einem Jahr, Jugendliche und Erwachsene: 20 µg (800 I. E.) täglich

Risikogruppen

  • ältere Menschen, insbesondere bei eingeschränkter Mobilität
  • chronisch Kranke
  • Personen mit wenig Aufenthalt im Freien
  • Menschen, die ihren Körper weitgehend bedecken
  • Personen mit dunkler Hautfarbe
  • Säuglinge im ersten Lebensjahr

Rachitisprophylaxe

  • 400 bis 500 I. E. Vitamin D täglich
  • ab Ende der ersten Lebenswoche bis zum zweiten erlebten Frühsommer
  • Tropfen oder Tabletten zum Auflösen; vollständiges Auflösen beachten (wie Vigantol® Öl, Vigantoletten®)
  • Kombinationspräparate mit Fluorid verfügbar (wie D‑Fluoretten®); nach Zahndurchbruch Umstellung auf ein Monopräparat plus fluoridhaltige Zahnpasta

Hochdosiertes Vitamin D auf Rezept

  • Hochdosis‑Präparate mit 20.000 oder 40.000 I. E. (wie Dekristol®)
  • nur nach ärztlicher Verordnung
  • bei nachgewiesenem Mangel oder bestimmten Erkrankungen (wie Osteoporose)
  • Dosierung und Einnahmeintervall ärztlich festgelegt (wie wöchentlich oder monatlich)

Sommer und Winter

  • im Sommer meist ausreichende Eigenbildung
  • Sonnencreme reduziert die Synthese, Versorgung dennoch meist ausreichend
  • von Oktober bis März in Deutschland meist keine ausreichende UV-B-Strahlung
  • Vitamin D wird in Fett- und Muskelgewebe gespeichert, Versorgung im Winter häufig nicht ausreichend
  • bei Bedarf niedrig dosierte Vitamin-D-Arzneimittel möglich (wie Dekristolvit®, Vigantol®, Colecalciferol Hevert®)

Tolerierbare Obergrenze

  • maximale tägliche Aufnahmemenge aus allen Quellen
  • keine Zufuhrempfehlung, sondern Sicherheitsgrenze
  • 0 bis 6 Monate: 25 µg (1.000 I. E.) täglich
  • 7 bis 11 Monate: 35 µg (1.400 I. E.) täglich
  • 1 bis 10 Jahre: 50 µg (2.000 I. E.) täglich
  • ab 11 Jahren und Erwachsene: 100 µg (4.000 I. E.) täglich

Zu wenig Vitamin D

  • Störungen der Knochengesundheit (Rachitis, Osteomalazie Osteoporose)
  • Muskelschwäche und erhöhtes Sturzrisiko, insbesondere bei Älteren
  • leichter Schutz vor akuten Atemwegsinfektionen bei Kleinkindern/Jugendlichen durch niedrige tägliche Dosen
  • bei Stoffwechselstörungen , Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Depressionen, Autoimmun- und
  • Infektionskrankheiten : kausaler Zusammenhang mit Vitamin-D-Versorgung nicht eindeutig belegt

Überdosierung

  • Risiko bei regelmäßiger Einnahme hoher Dosen (≥ 100 µg/Tag)
  • Erhöhung der Calciumwerte im Blut möglich: Müdigkeit, Muskelschwäche, Übelkeit,
  • Herzrhythmusstörungen, Gewichtsverlust
  • Spätfolgen: Nierensteine, Nierenverkalkung, eingeschränkte Nierenfunktion
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