PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Bei Säuglingen
-
Vitamin D zur Rachitisprophylaxe

Säuglinge erhalten Vitamin D, damit sich die Knochen normal entwickeln, unter anderem in Tropfen- und Tablettenform. Hierbei ist es wichtig, Anwendungsfehler zu vermeiden. Welche Empfehlungen gelten?
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 28.04.2026  08:00 Uhr

Kombinierte Gabe mit Fluorid

Kombiniert wird die Vitamin-D-Gabe bei Säuglingen mit Fluorid, das ein wichtiger Bestandteil der Kariesprophylaxe ist. Fluorid wird in der Regel in einer täglichen Dosis von 0,25 mg bis zum Durchbruch des ersten Zahns ergänzt. Danach entscheiden die Eltern, ob sie das Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta einführen oder weiter Fluorid supplementieren. Bei Säuglingen, die ausschließlich oder überwiegend Säuglingsnahrung erhalten, die mit Trink-/Mineralwasser mit einer Fluoridkonzentration ≥ 0,3 mg/L zubereitet wird, soll Fluorid nicht separat ergänzt werden.

Zur kombinierten Rachitis- und Kariesprophylaxe sind Tabletten erhältlich, die in einer kleinen Menge Flüssigkeit aufgelöst werden. Vitamin D gibt es zudem als Monopräparat in Form von Tropfen. Wichtig ist, dass das verwendete Präparat als Arzneimittel für die entsprechende Indikation zugelassen ist, Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht verwendet werden. 

Tablette muss vollständig zerfallen sein

Die Beratung zur richtigen Anwendung ist nicht trivial, wie ein aktueller Fall zeigt: Ein Säugling war im Zusammenhang mit der Gabe einer Vitamin-D- und Fluorid-haltigen Tablette verstorben, vermutlich, weil er sich daran verschluckt hatte. »Um Komplikationen, wie zum Beispiel eine versehentliche Aspiration (›Verschlucken‹) der Tablette, zu vermeiden, darf die Verabreichung von Tabletten, die Colecalciferol oder Colecalciferol zusammen mit Fluorid enthalten, bei Säuglingen und Kleinkindern nicht in unaufgelöster Form erfolgen«, warnt die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in einer Drug Safety Mail.

Folgende Aspekte sind demnach zu beachten:

  • Vor jeder Anwendung bei einem Säugling oder Kleinkind ist zu prüfen, ob die Tablette vollständig zerfallen ist.
  • Zum Auflösen dürfen nur Flüssigkeiten verwendet werden, die in der Fach- beziehungsweise Gebrauchsinformation ausdrücklich genannt sind.

Andere Flüssigkeiten als Wasser wie etwa Milch könnten den Zerfallsprozess beeinträchtigen oder verzögern, so die AkdÄ. Die Angehörigen der Heilberufe sind angehalten, bei der Verordnung, Abgabe und Beratung auf die sorgfältige Beachtung der Gebrauchsinformation hinzuweisen – insbesondere, wenn zwischen Präparaten verschiedener Firmen gewechselt wird.

TEILEN
Datenschutz
Mehr von Avoxa