Bisher gibt es keinen Impfstoff gegen den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo. Einen gewissen Schutz könnte womöglich der Impfstoff Ervebo bieten, der gegen das Zaire-Ebolavirus entwickelt wurde. In einer Laborstudie mit gesunden Menschen, die jüngst in Deutschland durchgeführt wurde, zeigte sich, dass die Impfung eine sogenannte T-Zell-Reaktion gegen das Bundibugyo- und das Sudan-Ebolavirus auslösen kann. Studien an Primaten hatten bereits darauf hingedeutet. T-Zellen tragen maßgeblich zu einem lang anhaltenden Immungedächtnis bei.
Da während des letzten großen Ausbruchs des Zaire-Ebolavirus im Kongo zwischen 2018 und 2020 bereits Hunderttausende Menschen – vor allem in der Region North-Kivu – mit Ervebo geimpft wurden, sollte sich eigentlich bald einschätzen lassen, ob und wie stark diese Impfung nun auch gegen das Bundibugyo-Virus schützen kann, sagt Christof Geldmacher vom Institut für Infektions- und Tropenmedizin an der Universität München. »Das wird derzeit systematisch erfasst. Dennoch wäre ein zugelassener spezifischer Bundibugyo-Impfstoff wichtig, da er vermutlich deutlich besseren Schutz bieten würde.«
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) befürchtet zudem, dass Produktionsengpässe den Zugang zum Ervebo-Impfstoff einschränken könnten. »Impfstoffe sind nur dann nützlich, wenn sie den Menschen zur Verfügung stehen, die einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind«, sagt Julien Potet, Experte für den Zugang zu Impfstoffen bei Ärzte ohne Grenzen. »In einer Situation, in der Impfstoffe dringend gebraucht werden, um Ausbrüche wie Ebola einzudämmen, dürfen wir nichts unversucht lassen, damit verfügbare Impfstoffbestände die betroffenen Gemeinschaften ohne Verzögerung erreichen.«
Seit Juli laufen klinische Studien zur Bewertung von Impfstoffen, die speziell für das Bundibugyo-Virus entwickelt werden – doch noch befinden sich diese Studien in einem frühen Stadium. Studien und Produktion der Impfstoffe dauerten aber eher Monate als Wochen, sagt May. Ein breiter Einsatz sei kaum früher als Mitte 2027 realistisch. Wie lange der Ebola-Ausbruch noch andauert, darüber gibt es keine offiziellen Schätzungen.