Obwohl die große Mehrheit der Befragten selbst Alkohol konsumiert, empfindet laut Studie fast die Hälfte den Konsum anderer zuweilen als unangenehm. 46 Prozent hätten angegeben, eine Feier oder Party schon mal früher verlassen zu haben, weil andere zu betrunken waren. Jeder oder jede Dritte gab demnach an, schon mindestens einmal von einer alkoholisierten Person angegriffen worden zu sein.
Mehr als jede dritte Frau wurde der Umfrage zufolge schon von einer alkoholisierten Person sexuell belästigt – bei mehr als der Hälfte von ihnen kam dies bereits mehrfach vor. Auch 19 Prozent der männlichen Befragten berichteten von entsprechenden Erlebnissen.
Erst vor wenigen Monaten hatte der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck bemängelt, über die Risiken von Alkohol werde »oft zu spät, zu vorsichtig« gesprochen oder erst, wenn der Konsum längst problematische Ausmaße angenommen hat.
Alkohol könne Krebs begünstigen, Erkrankungen von Herz und Kreislauf fördern, süchtig machen und Familien schwer belasten, zitierte die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) den Bundesbeauftragten Mitte Juni angesichts der Aktionswoche Alkohol.
»Weniger Alkohol ist für viele Menschen kein Verzicht, sondern ein Gewinn an Gesundheit, Freiheit und Lebensqualität«, sagte Streeck damals laut DHS-Mitteilung. Die DHS betonte, es gelte, Alkoholkonsum zu hinterfragen, zu senken oder ganz darauf zu verzichten.