Mit großer Mehrheit folgten die Delegierten einem Leitantrag von Apothekerverband Nordrhein und Landesapothekerkammer Hessen, der ein Versandverbot »zum Schutz der Arzneimittel- und Patient*innensicherheit« forderte. Sie sprachen sich dafür aus, dass Bundesregierung und Bundestag den Rx-Versandhandel in Deutschland verbieten sollten. Außerdem sprachen sie sich dafür aus, die im Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung (§ 129 Absatz 8a SGB V) verankerte Paritätische Stelle zu stärken, die Rechtsbrüche der Versender ahnden soll.
Ein Antrag der Landesapothekerkammer (LAK) Hessen beschäftigte sich mit der PTA-Ausbildung. Die Hauptversammlung sollte demnach beschließen, die Ausbildung weiterzuentwickeln »und hierfür insbesondere die regelmäßige Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen PTA-Schulen, Apothekenpraxis, Kammern und weiteren Beteiligten strukturell zu stärken.« Auch eine Modernisierung und Flexibilisierung der Ausbildungsmodelle brachte die LAK auf den Tisch. Der Antrag wurde in den Ausschuss verwiesen.
Außerdem wurden mehrere Anträge zur Novelle der Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) diskutiert. Dabei wurde deutlich: Wichtig ist dem Berufsstand, dass die Ausbildungsordnung nun schnell reformiert wird, ein entsprechender Antrag wurde einstimmig angenommen. Hintergrund ist laut Apothekerkammer Berlin, dass sich das Tätigkeitsfeld der Apotheker deutlich erweitert habe, etwa durch die Einführung der pDL sowie das Impfen in der Apotheke. Außerdem sei vorgesehen, das heilberufliche Profil des Apothekerberufs weiter auszubauen. Dies müsse auch in der Ausbildung dringend abgebildet werden.
Während zwei weitere Anträge zu den Inhalten der AAppO in den Ausschuss verwiesen wurden, wurde ein weiterer Antrag der Apothekerkammer Berlin, der die Einführung einer Teilzeitoption im Praktischen Jahr vorsieht, angenommen.
Es gibt bereits eine Arbeitsgemeinschaft Krisenvorsorge bei der Bundesapothekerkammer, die aktuell konkrete Forderungen an die Politik, aber auch Handlungshilfen für die Apotheken vor Ort entwickelt. Vor diesem Hintergrund wurden mehrere Anträge zur Krisenfestigkeit diskutiert. Die Intention der Anträge, dass Apotheken stärker einbezogen und dabei auch unterstützt werden, war dabei unstrittig. Es bestanden jedoch auch Bedenken, die Arbeit der bestehenden AG mit zu kleinteiligen Anträgen zu konterkarieren. Während zwei Anträge angenommen wurden, gingen zwei weitere in den Ausschuss.