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Positive Effekte und Grenzen
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Was bringt Manifestieren?

»Ich habe den Job nur bekommen, weil ich ihn vorher manifestiert habe.« Oder: »So manifestierst du dir eine glückliche Beziehung.« Solche Sätze kursieren in den sozialen Medien häufig, etwa unter dem Hashtag #manifesting. Doch was steckt dahinter?
AutorKontaktdpa
Datum 16.10.2026  08:00 Uhr
Wo Manifestieren an Grenzen stößt

Wo Manifestieren an Grenzen stößt

Allerdings können Affirmationen die äußere Realität nicht allein verändern. Erfolg, Gesundheit, Geld oder Liebe entstehen laut Herrmann-Schwarz nicht durch positives Denken allein. Das eigene Verhalten und die jeweiligen Lebensumstände spielen eine Rolle. Bei Menschen mit einem ohnehin negativen Selbstbild können sehr positiv formulierte Affirmationen sogar Zweifel verstärken, so Herrmann-Schwarz.

Elisabeth Dallüge hält Manifestieren vor allem dann für problematisch, wenn das Denken unflexibel wird und man glaubt, nur die richtige Manifestation könne über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Eine solche Haltung kann dazu führen, dass Menschen sich für alles, was ihnen widerfährt, selbst verantwortlich machen.

Bleiben die gewünschten Ergebnisse aus, können starke Selbstzweifel entstehen. »Permanentes Internalisieren von negativen Ereignissen kann zu einem erhöhten Risiko für geringes Selbstwertgefühl bis hin zu depressiven Symptomen führen«, sagt Tobias Herrmann-Schwarz.

Gleichzeitig kann der Glaube an Manifestationen laut Herrmann-Schwarz eine Illusion von Kontrolle erzeugen. Zufall, äußere Umstände oder gesellschaftliche Faktoren geraten dabei leicht aus dem Blick.

Elisabeth Dallüge sagt: Selbstwirksamkeit bedeutet nicht, alle hätten die gleichen Handlungsmöglichkeiten. »Gesellschaftliche Ungleichheiten und strukturelle Barrieren lassen sich nicht einfach weg manifestieren«, sagt sie.

Und auch gegenüber anderen Menschen kann die Haltung problematisch werden, etwa wenn Krankheiten oder Misserfolge als selbst verschuldet betrachtet werden.

Das Verhalten macht den Unterschied

Manifestieren kann ein hilfreiches Werkzeug sein – solange es zum Handeln anregt. Dallüge formuliert es so: »Wichtig ist, zu wissen, dass Manifestieren ein Handeln unterstützen kann, aber nicht ersetzen darf.« Wer sich ein Ziel setzt, kann dadurch Motivation und Orientierung gewinnen. Das Ziel selbst erreicht man jedoch nicht allein durch einen Wunsch. »Nicht der manifestierte Wunsch macht den Unterschied, sondern das Verhalten, das daraus entsteht«, stellt die Psychotherapeutin klar.

Auch Akzeptanz gehört dazu. Nicht alles lässt sich beeinflussen und psychische Gesundheit bedeutet nicht, alles kontrollieren zu können, sondern unterscheiden zu können, was wir verändern können und was wir akzeptieren müssen.

Wer Manifestieren ausprobieren möchte, kann sich deshalb zunächst eine einfache Frage stellen: »Ist die Manifestation nur ein kleines zusätzliches Experiment für mich oder meine einzige Möglichkeit, mein Ziel zu erreichen?« Im zweiten Fall sei Vorsicht geboten, sagt Tobias Herrmann-Schwarz.

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