Auch Stress und schlechter Schlaf – etwa aufgrund nächtlicher Hitzewallungen – spielen Viktoria Schelle zufolge eine Rolle. Sie lassen den Spiegel des Stresshormons Kortisol ansteigen.
Marion Kiechle, spricht von einem Teufelskreis. Denn Frauen in den Wechseljahren sind oft ohnehin in einer stressigen Phase ihres Lebens – etwa aus Karrieregründen oder aufgrund der Pflege von Angehörigen. »Dann kommt noch zusätzlicher Stress hinzu, was die Hormone noch mehr durcheinanderbringt«, sagt die wissenschaftliche Beirätin des Menopause-Zentrums in Frankfurt. Denn Kortisol fördert ebenfalls die Fettablagerung im Bauch und sorgt nicht zuletzt auch durch einen steigenden Insulinspiegel für Heißhungerattacken.
Hier geht es längst nicht nur um das Aussehen, wie Marion Kiechle sagt. Wichtig nämlich: Es geht hier nicht um das Unterhautfett und ein paar Speckröllchen, sondern um das innere Bauchfett rund um die Organe, das damit einhergeht. Dieses sogenannte viszerale Bauchfett ist Viktoria Schelle zufolge ein Risikofaktor, weil es die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und Demenz erhöht. Denn das viszerale Bauchfett produziert besonders viele Entzündungsbotenstoffe.
Den Östrogen-Abfall können Frauen zwar nicht verhindern – außer sie nehmen Hormone. »Die sind auch nicht zu verteufeln«, betont die Gynäkologie-Professorin Marion Kiechle. Gerade bei Frauen mit einem hohen Leidensdruck in den Wechseljahren sei die Hormonersatztherapie nach wie vor die »Therapiewahl Nummer Eins.«
Viktoria Schelle setzt beim Kampf gegen den Hormonbauch auf drei Schwerpunkte: Ernährung, Bewegung und Lifestyle. Wer sich solch ein Programm nicht selbst mit Hilfe von Ratgebern erarbeiten kann, sollte sich fachliche Unterstützung holen, rät Schelle. »Ideal wäre es natürlich, eine Ärztin oder einen Arzt zu haben, der viele Fachkompetenzen vereint und sich sowohl mit Hormontherapie als auch Ernährungsmedizin und Kardiologie auskennt.«
Konkret können Frauen an folgenden Stellschrauben drehen: