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Deep Talk statt Small Talk
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Was gute Gespräche ausmacht

Ein Klick, ein Herzchen, eine kurze Botschaft: Über digitale Kanäle sind Menschen ständig miteinander in Kontakt. Doch Vernetzung ist nicht dasselbe wie Verbundenheit. Was »Deep Talk« ausmacht.
AutorKontaktdpa
Datum 19.10.2026  14:00 Uhr

Kann jeder lernen, gute Gespräche zu führen?

»Ich bin überzeugt, dass das fast jeder kann«, sagt Schmiel. Nach Ansicht von Döbler braucht es dafür vor allem »ein starkes situatives Einfühlungsvermögen«. Soziologen sprechen von dem Konzept »kompetenter Akteur«: »Das hört sich sehr herausfordernd und hochtrabend an, aber eigentlich bezeichnet es nur das Gespür für Situationen. Das haben jedoch viele«, sagt sie.

Das Gespür hilft uns auch dabei, für die Situation angemessene Fragen zu stellen. »Wenn ich sonst mit Kollegen nur über Dienstliches spreche, wäre es völlig unangemessen, mal nachzufragen, wie es aktuell in der Beziehung läuft«, sagt die Wissenschaftlerin.

Was hilft dabei, gute Gespräche zu führen?

»Es ist total einfach, das zu lernen«, so Schmiel. Aus seiner Sicht ist dabei die Regel: Rede gut mit dir selbst! »Wer sich morgens schon vor dem Spiegel selbst abwertet und sich für seine Miseren im Alltag permanent selbst die Schuld gibt, wird selten jemand sein, der anderen im Gespräch etwas geben kann.«

Schmiel empfiehlt stattdessen, sich morgens mit Affirmationen selbst zu stärken: »Ich bin dankbar, ich bin glücklich, ich bin gesund und zuversichtlich.« Dieses Vorgehen führe dazu, dass das Unterbewusstsein schon mit positiven Programmen gefüttert werde: »So gehe ich ganz anders in den Tag, als wenn der erste Gedanke ist: Scheiße, heute ist Montag. Und mein Mann hat schon wieder den Klodeckel oben gelassen.«

Dann folgt der nächste Schritt: »Wenn du jemandem begegnest, sei freundlich und zugewandt«, so Schmiel. Dabei sollte man es nicht nur bei einer allgemeinen Grußformel belassen, sondern eine interessierte Frage stellen. »Und zwar so, dass du auch wirklich die Antwort hören willst!«, so der Psychologe.

Allein diese drei Schritte verändern laut Schmiel nachhaltig die Kommunikationsqualität: »Denn dann bin ich jemand, der mit sich selbst im Reinen ist, der anderen freundlich begegnet und ihnen Raum gibt. Das macht schon einen unfassbaren Unterschied.«

Was hilft, wenn der Einstieg in gute Gespräche schwerfällt?

»Fingerspitzengefühl ist besser, als ein Katalog von abzuarbeitenden, Investigativ-Fragen«, sagt Diplom-Psychologe Schmiel. Eine gute Methode, um ins Erstgespräch zu kommen: etwas, das man beobachtet, wohlwollend anzuerkennen und dazu eine Frage zu stellen. Wer etwa sieht, dass ein Geschäftspartner eine neue Aktentasche hat, kann sagen: »Die ist ja toll – woher hast du die?« Werden Komplimente mit einer Frage verknüpft, entsteht sofort eine positive Atmosphäre.

»Einem Kompliment kann sich kaum einer entziehen«, so Schmiel. »Und das interessierte Nachhaken gibt mir die Möglichkeit, etwas Schönes über mich zu erzählen. Dann fühle ich mich automatisch besser.«

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