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Nährstoffe
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Was Kinder wirklich brauchen

Kalorienreich, aber nährstoffarm: Fehlernährung kann Kinder krank machen, unabhängig vom Gewicht. Eine ausgewogene Ernährung beginnt in der Schwangerschaft – und fördert langfristig Wachstum, Entwicklung und Gesundheit von Kindern.
AutorKontaktJudith Schmitz
Datum 26.02.2026  08:00 Uhr

Den Geschmack prägen

Die Eltern können von Beginn an das Kind an eine ausgewogene Ernährung heranführen, und zwar über Geschmacksprägung. Diese startet laut Jochum schon mit der Schwangerschaft: Die Aromen aus der mütterlichen Nahrung gelangen über die Plazenta zum Kind und beeinflussen mit, was es später einmal geschmacklich mögen wird. Diese Prägung setzt sich über das Stillen und Angebot der Bei- beziehungsweise Familienkost fort. »Ideal ist es, wenn sich Frauen mit Kinderwunsch schon vor der Empfängnis ausgewogen ernähren und normalgewichtig bleiben. Damit legen sie eine gute Grundlage für die Nährstoffversorgung und die Regelkreise zu Zuckerhaushalt und Hungergefühl des möglichen Nachwuchses«, so der Experte.

Für die Familienkost gebe es hierzulande »eine große Auswahl an Lebensmitteln mit Nährstoffen in guter Qualität«. »Solange das Kind gesund und normalgewichtig ist und die Mahlzeiten einen ausgewogenen Mix aus Proteinen, gesunden Fettsäuren, Kohlenhydraten, Vitaminen, Ballaststoffen und Spurenelementen bieten, sollte es genügend Nährstoffe für sein Wachstum und seine Entwicklung erhalten«, sagt Jochum. Der Mediziner rät, den Nachwuchs häufiger verschiedene Obst- und Gemüsesorten probieren zu lassen. Untersuchungen zeigen, dass die meisten Kinder ein Lebensmittel nach siebenmaligem Anbieten akzeptieren.

Wasser statt Saft und Softdrinks

Jochum verdammt nicht pauschal jede ungesunde Leckerei. »Die Dosis macht das Gift.« Brötchen am Samstag seien okay, wenn die Brotmahlzeit an den anderen Wochentagen aus Vollkorn bestehe. Es darf auch täglich Weißbrot sein, wenn Gemüse die Beilage ist. Gegen ein Glas Saft pro Tag sei nichts einzuwenden, gegen große Mengen an Säften und Softdrinks allerdings schon. »Kinder sollten von Anfang an Wasser als Durstlöscher erhalten und nur ab und an ein zuckerhaltiges Getränk zum Genuss.« Quetschbeutel mit Brei oder Fruchtpüree für Kinder lehnt der Mediziner allerdings ab. Sie förderten Übergewicht, der enthaltene Zucker schädige den Zahnschmelz. Das Kind übe zudem nicht, die Mundmotorik beim Essen einzusetzen.

Von Nahrungsergänzungsmitteln, vor allem in Form von Kombinationspräparaten, rät Jochum ab: Die Dosierung sei oft nicht passend für Kinder und damit potenziell schädlich. Auch hemmen manche Nährstoffe die Aufnahme anderer, Eisen etwa beeinflusst die Aufnahme der Mineralstoffe Zink, Kupfer und Calcium negativ. »Wir Kinder- und Jugendärzte empfehlen bei gesunden Kindern, die sich aus pflanzlichen und tierischen Quellen ernähren, keine Supplementierung von Nahrungsergänzungsmitteln außer der Vitamin-D-Gabe ab Geburt bis zum zweiten erlebten Frühsommer.«

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