| Verena Schmidt |
| 16.07.2026 08:00 Uhr |
Salicylsäurehaltige Tinkturen (wie Verrucid®) oder Pflaster (wie Guttaplast®) sowie Kombinationen mit Milchsäure (wie Clabin® plus, Duofilm® Lösung) lösen die oberste Hornschicht der Warze ab. Entsprechende Lösungen werden je nach Präparat ein- bis mehrmals täglich punktuell aufgetragen. Schon für ganz kleine Kinder geeignet sind Pflaster: Diese sollte man passgenau zuschneiden und gegebenenfalls mit einem zusätzlichen Pflaster fixieren, damit sie an Ort und Stelle verbleiben. Nach zwei bis vier Tagen wird das Pflaster gewechselt.
Diese Art der Warzenbehandlung eignet sich prinzipiell gut für Kinder, da sie relativ unkompliziert und schmerzfrei ist. Sie erfordert auch viel Geduld, denn es kann mehrere Wochen oder Monate dauern, bis die Warze abfällt.
Wichtig bei der Ablöse-Therapie: Die gesunde Haut um die Warze herum muss immer mit Zinkpaste oder Vaseline geschützt werden. Vor einer erneuten Anwendung kann man die Haut im Seifenbad aufweichen und die gelöste Hautschicht vorsichtig entfernen, zum Beispiel mit einer Einwegfeile. Um eine erneute Infektion und die Ausbreitung der Viren auf andere Hautareale oder auf Familienmitglieder zu verhindern, sollte man nach jeder Behandlung die Hände gründlich waschen; alle Hilfsmittel sind zu desinfiziert.
Sprays mit einem Dimethylether-Propan-Gemisch (wie Wartner® gegen Warzen) oder Distickstoffmonoxid (wie End Warts® Freeze) eignen sich für Kinder ab vier Jahren. Der Schaumstoffapplikator beziehungsweise die Metallspitze des Medizinproduktes wird je nach Präparat und Warzentyp für 15 bis 40 Sekunden auf die Warze gesetzt. Das löst einen Kältereiz (–50 °C bis –80 °C) aus, der bis in tiefere Gewebeschichten vordringt – die Warze stirbt ab und fällt nach circa zwei Wochen ab. Eine einmalige Anwendung reicht meist aus, bei alten oder größeren Warzen kann allerdings eine Wiederholung erforderlich sein, wenn die Warze nach 14 Tagen noch zu sehen ist.
Gut zu wissen: Nach der Vereisung kann sich auch eine Blase entwickeln, die mit Blut gefüllt ist. Diese Blase sollte nicht geöffnet, sondern mit einem sterilen Verband abgedeckt werden. Für empfindliche, sehr dünne oder verletzte Haut ist die Vereisungsmethode nicht geeignet, und auch Diabetiker sollten sie nicht anwenden, da bei ihnen das vereiste Gewebe sehr langsam oder nicht vollständig verheilen kann.