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Emotionale Blockade
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Weinen nicht unterdrücken

Ein Zeichen von Schwäche? Von wegen! Wer weint, zeigt echte Stärke – sogar in der sozialen Kommunikation. Darum sollte man seinen Gefühlen freien Lauf lassen. Meistens zumindest.
AutorKontaktdpa
Datum 29.07.2024  16:00 Uhr
Unterdrücktes Weinen kann ungesund sein

Unterdrücktes Weinen kann ungesund sein

Dann Tränen besser unterdrücken? Nein, denn das kann erhebliche negative Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit haben. Jähne macht das mit einem Vergleich deutlich: »Wenn ich ständig das Weinen unterdrücke, ist das wie ein Ball, der unter Wasser gedrückt wird, der irgendwann an die Oberfläche ploppt.«

Ständiges Zurückhalten von Gefühlen und Tränen kann physische Symptome wie Kopfschmerzen und erhöhten Blutdruck hervorrufen oder sogar Herzprobleme verursachen.

Auch die mentale Gesundheit leidet: »Das Nicht-Zulassen von Tränen kann zu einer emotionalen Blockade führen«, sagt Jähne. Wer nicht weint, riskiert, emotionale Probleme zu verschärfen. Depressionen oder andere psychische Erkrankungen können eine Folge sein.

Wer daran gewöhnt oder erzogen wurde, nicht zu weinen, bekommt auch soziale Probleme: »Dauerhaftes Unterdrücken von Weinen und anderen Emotionen kann zu emotionaler Kälte, Verlust an Empathie und geringem Mitgefühl führen«, so der Facharzt.

In manchen Situationen braucht es hingegen Kontrolle, empfiehlt Jähne. Besonders im beruflichen Umfeld könnte Weinen die eigene Glaubwürdigkeit und Autorität infrage stellen. Auch in zwischenmenschlichen Beziehungen könne Weinen Missverständnisse hervorrufen, wenn es als manipulative Taktik oder emotionale Überforderung interpretiert wird.

Gibt es eine Anleitung zum Weinen?

Doch wie und wann weint man dann richtig? »Zuerst sollte man sich bewusst werden, was man fühlt, und diese Gefühle akzeptieren, anstatt sie zu verdrängen«, rät der Experte. Dieser Prozess erfordere Mut, doch »das Zulassen von Gefühlen ist ein gesunder und natürlicher Teil des Lebens«.

Eine sichere und private Umgebung kann laut Jähne hilfreich sein: »Bei Freunden oder Familie fällt es oft leichter, sich zu öffnen und die Tränen fließen zu lassen.« Emotionale Auslöser wie traurige Musik oder emotionale Filme können aktiv genutzt werden, um Tränen zu lockern. »Auch tiefes und bewusstes Atmen kann helfen, den Körper zu entspannen und emotionalen Stress abzubauen.«

Wer sich lieber mit einem Experten unterhalten möchte, kann sich professionelle Unterstützung holen: »Eine Therapie kann wertvoll sein, um emotionale Blockaden zu erkennen und zu lösen.«

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