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Depression statt Mutterglück
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Wochenbettdepression früh erkennen

Traurigkeit und Stimmungsschwankungen nach der Geburt gelten gemeinhin als »Baby-Blues«. Gemeint ist eine kurze Phase der depressiven Verstimmung, von der viele Wöchnerinnen plötzlich erfasst werden. Sie ist kein Grund zur Sorge. Hält die traurige Stimmung jedoch an, könnte dies auf eine Wochenbettdepression hinweisen. Eine ernst zu nehmende Erkrankung mit möglicherweise weitreichenden Folgen, auch für das Kind.
AutorKontaktAnnette Immel-Sehr
Datum 14.05.2026  12:00 Uhr

Wie sehr freuen sich viele Schwangere auf ihr Kind, wie schön stellen sie sich das Leben mit dem Baby vor. Doch plötzlich kommt alles ganz anders als gedacht. Die Geburt ist geschafft, das Baby gesund und bezaubernd – und die Wöchnerin weint dauernd ohne erkennbaren Grund. Gut die Hälfte der Frauen kämpft nach der Entbindung mit dem sogenannten Baby-Blues. Traurigkeit, Weinerlichkeit, ebenso Schlaf- und Ruhelosigkeit sind dafür typisch.

Am schlimmsten zeigen sich die Symptome oft zwischen dem dritten und fünften Tag nach der Geburt. Der Baby-Blues kann wenige Stunden bis zu einigen Tagen andauern. Spätestens nach zwei Wochen haben sich die Gefühle jedoch wieder ganz normalisiert. Die Ursache des Stimmungseinbruchs sind die allgemeinen körperlichen und vor allem hormonellen Umstellungen nach der Geburt – ein natürliches Phänomen also, keine Erkrankung. Praktische Unterstützung im Alltag und Verständnis helfen der Wöchnerin, schneller wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Vom Baby-Blues abzugrenzen ist die postnatale oder postpartale Depression, eine keineswegs seltene depressive Erkrankung, die nach der Geburt auftreten kann. 10 bis 15 Prozent der Mütter sind davon betroffen. Korrekterweise müsste es eigentlich »peripartale« Depression heißen, also eine Depression rund um die Zeit der Geburt. Denn ein großer Teil der betroffenen Frauen nimmt bereits einige Zeit vor der Niederkunft einen Stimmungseinbruch wahr. Dennoch hat sich die Bezeichnung postpartale Depression (PPD) etabliert. Sie ist als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt, als Subkategorie der depressiven Störung. Gemäß Definition der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft beginnt eine PPD bis zu vier Wochen nach der Geburt. Diese Definition ist allerdings umstritten. Viele Mediziner fassen den Erkrankungszeitraum weiter. Nach ihrer Erfahrung kann sich eine PPD bis zu zwölf Monate nach der Geburt ausbilden.

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