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Westfalen-Lippe
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Wenn die Apotheke PTA-Pate steht

Morgens zur PTA-Fachschule, nachmittags in die Apotheke – das kann ganz schön »knackig« sein. Gleichzeitig bietet eine PTA-Patenschaft sowohl angehenden PTA als auch Apotheken klare Vorteile, wie der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) in einer Pressemitteilung betont.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 18.04.2026  14:02 Uhr

Das Projekt ermöglicht es PTA-Schülerinnen und -Schülern, bereits während der zweijährigen Ausbildung für einige Stunden im Monat in ihrer Patenschaftsapotheke mitzuarbeiten. So verdienen sie nicht nur Geld, sondern gewinnen auch frühzeitig Einblicke in den Berufsalltag. Apotheken wiederum haben die Chance, Fachkräfte von morgen schon heute an sich zu binden und einen Beitrag zur Ausbildung zu leisten. Ursprünglich in Baden-Württemberg entwickelt, wird das Modell inzwischen bundesweit umgesetzt – seit Herbst 2025 auch in Westfalen-Lippe.

Der Job in der Apotheke erspare so manche Lernstunde, berichtet Lilli Bretsch, Schülerin der PTA-Fachschule Münster, in der Pressemitteilung des AVWL. Denn bei der Arbeit wiederhole sie ganz nebenbei, was sie im Unterricht erfahren habe. Oder sie eigne sich im Job Wissen schon im Voraus an, welches Tage später in der Schule behandelt werde.

Bretsch übernimmt in der Patenschaftsapotheke vor allem PKA-Aufgaben, verbucht die eingegangene Ware, füllt die Sichtwahl auf, macht Inventur in der Freiwahl. So vertieft sie ihr Wissen zu Arzneimitteln direkt im Arbeitsalltag. Außerdem könne sie die PTA-Kolleginnen und Kollegen beobachten: »Da kann ich mir das ein oder andere schon einmal abgucken«, so Bretsch. Die PTA-Schülerin arbeitet 37 Stunden im Monat in der Jahreszeiten-Apotheke in Münster. In den Ferien sind es ein paar Stunden mehr, dafür vor den Klausuren ein paar Stunden weniger.

Diese Flexibilität komme nicht nur der Schülerin zugute, sondern auch der Apotheke, betont der Inhaber der Apotheke, Jan Harbecke. »Viele PKA haben schulpflichtige Kinder und müssen in den Ferien Urlaub nehmen. Dann können wir die Unterstützung unserer Patenschülerin sehr gut gebrauchen«, so Harbecke.

Und auch außerhalb der Ferien sei die Schülerin ein echter Gewinn. Die Zeit, die sein Team investiert habe, um Bretsch anzulernen, sei nachhaltig investiert, so Harbecke. »Anders als ein Praktikant bleibt das Patenkind über zwei Jahre bei uns und arbeitet mit. Nach der Schule verkürzt sich die Einarbeitungsphase im Praktikum oder im späteren Berufsalltag entsprechend«, betont der Apotheker.

Ziel der Patenschaft ist, eine langfristige Bindung zwischen Arbeitgeber und PTA aufzubauen: »Wenn es einem in der Apotheke gut gefällt, dann möchte man natürlich bleiben«, so Bretsch. Und auch Harbecke bestätigt: »Eine PTA-Patenschaft ist ein hervorragendes Instrument gegen den Fachkräftemangel

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