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Midlife-Crisis
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Wenn im Leben plötzlich nichts mehr zu passen scheint

Von innerer Leere bis zu radikaler Veränderung: Eine Midlife-Crisis kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Was hilft, wenn in der Lebensmitte plötzlich Unzufriedenheit und Zweifel wachsen?
AutorKontaktdpa
Datum 26.09.2026  12:00 Uhr
Wenn im Leben plötzlich nichts mehr zu passen scheint

Eine sogenannte Midlife-Crisis – mit all ihren Begleiterscheinungen – kann Hinweis darauf sein, dass sich Bedürfnisse und Prioritäten im Leben verschoben haben. Das erklärt Steffen Häfner, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Eine Midlife-Crisis zeichnet sich Häfner zufolge durch »intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, der Identität und den bisher getroffenen Entscheidungen« aus. Die Phase tritt häufig zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr auftritt und kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Mögliche Gefühlsvariationen sind etwa:

  • innere Leere
  • starke Unzufriedenheit
  • Hang zum Grübeln
  • sozialer Rückzug
  • Zukunftsängste
  • Traurigkeit, Gereiztheit und intensiven Stimmungsschwankungen
  • impulsive oder drastische Verhaltensweisen (etwa ein radikaler Jobwechsel, ein untypisches neues Hobby, eine komplette Typveränderung oder riskante Investitionen)

Häfner rät dazu, die Lebensphase zum Anlass zu nehmen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und einen neuen Umgang mit Gefühlen und Gedanken zu lernen. Im besten Fall gehen Betroffene mit einem »gestärkten Selbstbild« aus der Phase heraus.

Emotionen nicht wegdrücken

Wichtig: Die Emotionen nicht unterdrücken, sondern sie hinterfragen, rät Häfner, der auch Ärztlicher Direktor der Klinik am schönen Moos ist. Dabei helfen Überlegungen wie: Was fehlt mir wirklich? Welche Ziele verfolge ich nur aus Gewohnheit oder wegen äußerer Erwartungen?

Im Austausch mit Familie und Freunden lassen sich Gedanken oft besser sortieren und Lösungen entwickeln.

Wer herausfinden will, welche Veränderungen langfristig guttun, sollte sich Fragen beantworten wie: Was möchte ich in den kommenden Jahren unternehmen? Welche Erwartungen anderer möchte ich loslassen? Und wie kann ich mein Leben stärker nach den eigenen Vorstellungen gestalten?

Die Erkenntnisse können Grundstein für einen innerlichen Neuanfang sein. Häfner zufolge können in vielen Fällen schon kleine Anpassungen im eigenen Leben dabei helfen, die Phase der Unzufriedenheit zu überwinden. Denkbar sind etwa neue Aktivitäten, mehr Zeit für sich selbst oder kleine Veränderungen im Job. Unter Umständen sind aber auch größere Schritte sinnvoll – etwa ein Sabbatjahr.

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