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Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln
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Wie kommen Betroffene aus dem Teufelskreis?

Viele Menschen behandeln akute Kopfschmerzen oder Migräneattacken selbst mit Schmerz- oder Migränemitteln. Doch ist ihnen häufig nicht bewusst, dass ein Übergebrauch der Medikamente selbst zu chronischen Kopfschmerzen führen kann. Wie lässt sich ein solcher Kopfschmerz leitliniengerecht behandeln? 
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 15.09.2026  14:00 Uhr

Vorgehen bei Medikamentenpause

Ob eine Medikamentenpause im Rahmen der MOH-Therapie in jedem Fall zwingend erforderlich ist, wird der Leitlinie zufolge kontrovers diskutiert; über das Vorgehen entscheidet der Arzt individuell. Bei Migräne kann zum Beispiel entweder eine Pause der Akutmedikation bei gleichzeitiger Einführung einer medikamentösen Prophylaxe erfolgen oder Letztere kann begonnen werden und die Pause erst bei unzureichender Wirksamkeit der Prophylaxemaßnahmen angesetzt werden.

Durch das Weglassen der zuvor im Übermaß gebrauchten Medikation kann sich der Kopfschmerz vorübergehend verschlechtern, auch Angst- und Schlafstörungen können auftreten: »Die Symptome halten 2 bis 7 Tage an, in Abhängigkeit von der zuvor eingenommenen Akutmedikation«, so die Leitlinie. In Studien hatten Patienten, die Triptane übergebraucht hatten, die kürzeste Entzugsphase und Patienten, die Mutterkornalkaloide oder Opioide eingenommen hatten, die längste. Zur Behandlung von Entzugssymptomen werden unterschiedliche Strategien eingesetzt, etwa trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika oder kurzfristig Steroide. Die Evidenzlage hierfür ist allerdings begrenzt.

Wichtig: Im Gegensatz zu Nichtopioid-Analgetika oder Triptanen dürfen Opioide nicht abrupt abgesetzt werden, sondern sollten in einem stationären Setting langsam ausgeschlichen werden.

Rückfallprophylaxe wichtig

Die Wahrscheinlichkeit, in alte Muster zurückzufallen, ist im ersten Jahr nach dem Entzug am höchsten. Bei Patienten mit Opioid-Übergebrauch ist die Rückfallrate hoch. Daher ist es wichtig, Patienten intensiv zu begleiten. »Intensive Beratung in Form eines motivierenden Gesprächs unterstützt Patienten generell, den Übergebrauch an Schmerzmitteln zu reduzieren«, so die Leitlinie. Es gelte, Patienten mit hohem Rückfallrisiko zu identifizieren und eine regelmäßige Nachbetreuung sicherzustellen, die motivierende Gespräche umfasst.

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