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Depression statt Mutterglück
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Wochenbettdepression früh erkennen

Traurigkeit und Stimmungsschwankungen nach der Geburt gelten gemeinhin als »Baby-Blues«. Gemeint ist eine kurze Phase der depressiven Verstimmung, von der viele Wöchnerinnen plötzlich erfasst werden. Sie ist kein Grund zur Sorge. Hält die traurige Stimmung jedoch an, könnte dies auf eine Wochenbettdepression hinweisen. Eine ernst zu nehmende Erkrankung mit möglicherweise weitreichenden Folgen, auch für das Kind.
AutorKontaktAnnette Immel-Sehr
Datum 14.05.2026  12:00 Uhr

Gleichgewicht schaffen

Da eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber hormonellen Schwankungen eine mögliche Ursache der PPD ist, könnte eine hormonelle Behandlung helfen. Wissenschaftler untersuchen derzeit, ob die Behandlung mit Östrogen-Pflaster wirksam ist. Studienergebnisse liegen allerdings noch nicht vor.

In manchen Internet-Foren werden Omega-3-Fettsäuren, Folsäure, S-Adenosylmethionin oder Johanniskrautextrakt zur Behandlung der PPD empfohlen. Hierzu liegen allerdings keine Studien vor, die eine Wirksamkeit für diese Indikation nachweisen. Für Johanniskrautextrakt fehlen derzeit generell umfangreiche systematische Studien zur Anwendung in der Schwangerschaft.

Für das Wohl von Mutter und Kind muss eine PPD möglichst früh erkannt und behandelt werden. Hier sind alle Fachkräfte gefragt, mit denen Mütter nach der Entbindung Kontakt haben. Wenn eine Mutter im Gespräch in der Apotheke den Eindruck erweckt, dass eine PPD vorliegen könnte, sollten PTA und Apotheker Verständnis zeigen und behutsam darauf hinweisen, dass es sich um eine Erkrankung handeln könnte. Die Behandlung muss ein Facharzt für Psychosomatische Medizin oder Psychiatrie durchführen. Er entscheidet, ob ambulante Hilfen ausreichen, etwa durch eine besonders geschulte Hebamme, oder ob eine teilstationäre oder stationäre Behandlung erforderlich ist.

(aus unserem Archiv, im Original erschienen am 17.09.2019)

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