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Junge Menschen
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Angst vor der Zukunft überwinden

Dauerkrisen, ein durch KI zunehmend erschwerter Berufseinstieg, Wohnungsnot: Viele junge Menschen blicken sorgenvoll in die Zukunft. Psychologen erklären, woher das Gefühl kommt und was wirklich hilft.
AutorKontaktdpa
Datum 24.06.2026  08:00 Uhr

Wie man die Resilienz stärkt

Es gibt aber Mittel, um der eigenen Unsicherheit zu begegnen. Eine wichtige Rolle spielt Resilienz. Sie beschreibt unsere psychische Widerstandskraft. »Resilienz hilft dabei, trotz Ängsten optimistisch zu sein und Vertrauen darin zu haben, dass sich die Dinge gut entwickeln«, erklärt Stockmann.

Und Resilienz lässt sich trainieren. »Dazu gehört, sich auf mögliche Lösungen statt auf Probleme zu konzentrieren«, so Träder. Auch soziale Kontakte sind wichtig, sie bieten Halt in Krisenzeiten. Daneben ist Achtsamkeit sich selbst gegenüber entscheidend: Darauf zu achten, was einem guttut und was nicht, trägt dazu bei, die eigene Resilienz zu stärken.

Nicht zuletzt sollte man den eigenen Umgang mit Nachrichten und sozialen Medien reflektieren. Wer Nachrichten konsumiert, sollte nicht nur von Headline zu Headline springen. Besser: sich tiefergehend mit genau den Themen beschäftigen, die viele Sorgen auslösen. »Das bedeutet, längere Artikel lesen, die möglichst unterschiedliche Perspektiven abbilden und allgemein verschiedene Expertenmeinungen miteinander vergleichen«, so Träder.

Je mehr Informationen man hat, desto eher kann man eine fundierte Meinung entwickeln. Auch das stärke die Resilienz. »Alles, was diffus und chaotisch ist, hat ein höheres Verunsicherungspotenzial und kann leichter zu Zukunftsängsten führen.«

Kontrolle, Einfluss, Akzeptanz?

Der Psychologe empfiehlt folgende Überlegungen, um einen besseren Umgang mit Zukunftsängsten zu finden:

  1. Was kann ich kontrollieren? »Das kann etwa der Medienkonsum sein, den man einschränkt«, so Träder. Zum Beispiel, indem man sich pro Tag ein Zeitfenster von 15 Minuten gibt, in dem man Nachrichten konsumiert.
  2. Was kann ich beeinflussen? Beispielsweise bei einer Demonstration mitmachen und dort seinen Protest zum Ausdruck bringen.
  3. Was muss ich akzeptieren? Man muss hinnehmen, dass man auf manche Dinge einfach keinen Einfluss hat. Eine gewisse Ungewissheit ist Teil des Lebens.

Darüber hinaus gibt es Strategien, die helfen, Zukunftsängsten langfristig entgegenzuwirken. Ein wichtiger Ansatz ist der Austausch: Wer mit anderen über belastende Nachrichten oder eigene Ängste spricht, gewinnt Abstand. »Im Gespräch mit anderen relativiert sich oft Vieles«, so Träder.

Hilfreich kann auch sein, sich gedanklich auf Unwägbarkeiten vorzubereiten. Stockmann empfiehlt, einen Plan B zu entwerfen »für den Fall, dass etwas anders läuft als erwartet«. Wer einen Ausweichplan hat, fühlt sich dem Unbekannten weniger ausgeliefert.

Nicht zu unterschätzen ist das Thema Selbstfürsorge. »Das bedeutet: Ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung«, so Träder. Körperliche Betätigung wirkt häufig gegen Stress und sorgt für Glücksgefühle – und kann dazu beitragen, dass Zukunftsängste mit der Zeit von allein nachlassen.

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