Es gibt aber Mittel, um der eigenen Unsicherheit zu begegnen. Eine wichtige Rolle spielt Resilienz. Sie beschreibt unsere psychische Widerstandskraft. »Resilienz hilft dabei, trotz Ängsten optimistisch zu sein und Vertrauen darin zu haben, dass sich die Dinge gut entwickeln«, erklärt Stockmann.
Und Resilienz lässt sich trainieren. »Dazu gehört, sich auf mögliche Lösungen statt auf Probleme zu konzentrieren«, so Träder. Auch soziale Kontakte sind wichtig, sie bieten Halt in Krisenzeiten. Daneben ist Achtsamkeit sich selbst gegenüber entscheidend: Darauf zu achten, was einem guttut und was nicht, trägt dazu bei, die eigene Resilienz zu stärken.
Nicht zuletzt sollte man den eigenen Umgang mit Nachrichten und sozialen Medien reflektieren. Wer Nachrichten konsumiert, sollte nicht nur von Headline zu Headline springen. Besser: sich tiefergehend mit genau den Themen beschäftigen, die viele Sorgen auslösen. »Das bedeutet, längere Artikel lesen, die möglichst unterschiedliche Perspektiven abbilden und allgemein verschiedene Expertenmeinungen miteinander vergleichen«, so Träder.
Je mehr Informationen man hat, desto eher kann man eine fundierte Meinung entwickeln. Auch das stärke die Resilienz. »Alles, was diffus und chaotisch ist, hat ein höheres Verunsicherungspotenzial und kann leichter zu Zukunftsängsten führen.«
Der Psychologe empfiehlt folgende Überlegungen, um einen besseren Umgang mit Zukunftsängsten zu finden:
Darüber hinaus gibt es Strategien, die helfen, Zukunftsängsten langfristig entgegenzuwirken. Ein wichtiger Ansatz ist der Austausch: Wer mit anderen über belastende Nachrichten oder eigene Ängste spricht, gewinnt Abstand. »Im Gespräch mit anderen relativiert sich oft Vieles«, so Träder.
Hilfreich kann auch sein, sich gedanklich auf Unwägbarkeiten vorzubereiten. Stockmann empfiehlt, einen Plan B zu entwerfen »für den Fall, dass etwas anders läuft als erwartet«. Wer einen Ausweichplan hat, fühlt sich dem Unbekannten weniger ausgeliefert.
Nicht zu unterschätzen ist das Thema Selbstfürsorge. »Das bedeutet: Ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung«, so Träder. Körperliche Betätigung wirkt häufig gegen Stress und sorgt für Glücksgefühle – und kann dazu beitragen, dass Zukunftsängste mit der Zeit von allein nachlassen.
Wenn man es nicht schafft, aus der Angstspirale zu entkommen, kann professionelle Hilfe nötig sein. »Eine mögliche Anlaufstelle für Studierende sind die psychologischen Beratungsstellen an den Hochschulen«, sagt der Berliner Psychologe René Träder. Auch psychosoziale Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie bieten Hilfe.
Weitere mögliche Anlaufstellen sind zum Beispiel: