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Aphthen – auf den Punkt gebracht

So klein und doch oft so gemein: Aphthen sind entzündliche Läsionen der Mundschleimhaut, die erhebliche Schmerzen verursachen können. In der Selbstmedikation stehen verschiedene lokal wirksame Präparate zur Schmerzlinderung und zum Schutz der betroffenen Stelle zur Verfügung.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 24.09.2026  16:00 Uhr

Aussehen

  • kleine, entzündliche Defekte der Mundschleimhaut
  • rund oder oval, scharf begrenzt
  • meist von einem weißlich-gelblichen Fibrinbelag bedeckt
  • oft von rötlichem Rand umgeben
  • an der Innenseite von Wange oder Lippen, an der Zunge, am Zahnfleisch oder am Gaumen
  • meist kleine sogenannte Minor-Aphthen (< 1 cm)
  • selten größere und tiefer reichende Major-Aphthen (ärztlich abklären)
  • genaue Ursache nicht vollständig geklärt
  • nicht ansteckend

Mögliche Auslöser

  • Stress
  • geschwächtes Immunsystem
  • Vitamin- oder Mineralstoffmangel (etwa Eisen, Folsäure oder Vitamin B12)
  • hormonelle Schwankungen
  • kleine Verletzungen der Mundschleimhaut (etwa durch Zahnbürste, Zahnspange oder Prothesen)
  • bestimmte Nahrungsmittel, etwa Zitrusfrüchte, Tomaten oder Nüsse
  • Grunderkrankungen (wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder Morbus Behçet, eine seltene, entzündliche Gefäßerkrankung)

Schmerzlinderung

  • Mundgele mit Lokalanästhetikum (wie Dynexan® Mundgel, Recessan® Salbe), teilweise kombiniert mit entzündungshemmenden Wirkstoffen (wie Kamistad® Gel, Infectogingi® Mundgel oder Parodontal® Mundsalbe)
  • vor dem Auftragen die Stelle vorsichtig trocken tupfen (etwa mit einem Wattestäbchen), um die Haftung zu verbessern
  • nach dem Auftragen kurz einwirken lassen
  • vorzugsweise vor dem Essen anwenden
  • nach dem Auftragen von Recessan etwa eine Stunde nichts essen oder trinken

Adstringenzien

  • Rhabarberwurzel-Extrakt mit Salicylsäure (wie Pyralvex® Lösung)
  • adstringierend sowie entzündungs- und schmerzlindernd
  • bis zu dreimal täglich für maximal zwei Wochen anwendbar
  • mit dem beiliegenden Pinsel gezielt auf die Aphthe auftragen
  • anschließend den Mund 15 Minuten lang nicht ausspülen

Abdeckend

  • bilden einen Schutzfilm und schirmen die Läsion vor äußeren Reizen ab, etwa Lösungen mit Myrrhe, Benzoe und Kolophonium (wie Legased® natur Lösung), Cellulosederivate (Urgo® Aphthen) oder Hyaluronsäure (wie in BloXaphte® Oral Care Mundgel)
  • betroffene Stelle vor der Anwendung möglichst trocken tupfen

Mundhygiene

  • auf sorgfältige Mundhygiene achten
  • bei leichten Beschwerden Mundspülungen mit Kamille- oder Salbeitee
  • antiseptische Mundspüllösung mit Chlorhexidin (wie Chlorhexamed® 0,1 %, Chlorhexamed® forte 0,2 %) zweimal täglich verwenden (in der Selbstmedikation maximal zwei Wochen)
  • ebenfalls entzündungshemmend und antibakteriell: Aminfluorid in Kombination mit Zinnfluorid (wie in Meridol®)
  • spezielle Mundspüllösungen für Aphthen erhältlich (wie BloXaphte® Oral Care, Curasept® AfteRapid, Gum® AftaClear, Oroben)

Wann zum Arzt?

  • Beschwerden, die länger als zwei Wochen andauern
  • besonders große oder sehr schmerzhafte Aphthen
  • häufig wiederkehrende Aphthen
  • zusätzliche Symptome wie Fieber, Hautveränderungen oder Magen-Darm-Beschwerden
  • Schluck- oder Essprobleme

Beratungstipps

  • auf saure, scharfe, harte oder sehr heiße Speisen verzichten
  • Zahnpasta ohne Natriumlaurylsulfat (INCI: Sodiumlaurylsulfate) verwenden: diese steht im Verdacht, Aphthen auszulösen; auf Kennzeichnung »SLS-frei« oder »ohne SLS« achten
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