Ist der Wert zu hoch oder zu niedrig? Ein Selbsttest ist schnell durchgeführt. Das Ergebnis sollte aber besser ein Arzt einordnen. / © Getty Images/d3sign/Yiu Yu Hoi
Laboruntersuchungen können Veränderungen in Zellen oder im Stoffwechsel sichtbar machen, ebenso Krankheitserreger. Weil beispielsweise die Zusammensetzung des Bluts empfindlich auf Veränderungen der Organe reagiert, können Blutzellen und im Blut gelöste Stoffe wie Enzyme, Hormone oder Stoffwechselprodukte wichtige Hinweise auf das Geschehen im Körper geben. Auch können ausgewählte Laborwerte etwa Verdachtsdiagnosen ausschließen oder bestätigen, oder auch den Verlauf einer Krankheit oder die Wirkung einer Therapie beobachten.
Laborwerte könnten aus verschiedenen Gründen auch bei gesunden Menschen unterschiedlich ausfallen, betont Privatdozentin Dr. Birgit Harbeck, Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie am Endokrinologikum Kiel. Alter und Geschlecht spielen dabei oft eine Rolle, aber auch andere biologische Faktoren oder auch die Tageszeit und -form, ebenso Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden. Auch bei einem einzelnen Menschen können die Werte schwanken, je nachdem zu welchem Zeitpunkt man misst: So ist zum Beispiel der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit immer höher als morgens auf nüchternen Magen. Für manche Werte macht es sogar einen Unterschied, ob der Patient während der Blutabnahme sitzt oder liegt, denn der Wechsel der Körperposition führt zu einer Umverteilung des zirkulierenden Blutes.
Deshalb arbeiten Ärzte mit Referenzbereichen als Orientierungshilfe: Diese werden anhand der Messwerte bei einer möglichst großen Zahl gesunder Menschen festgelegt. Die Grenzen werden so gesetzt, dass 95 Prozent innerhalb des Bereichs liegen. Das heißt aber auch: 5 Prozent der Menschen liegen mit ihrem Ergebnis außerhalb des Referenzbereichs – obwohl sie gesund sind. Referenzwerte können von Labor zu Labor variieren, deshalb sollte man sich stets an dem Referenzbereich orientieren, der auf dem eigenen Laborbefund angegeben ist – und nicht an Werten aus dem Internet, Literatur oder anderen Laborberichten.