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Beikost
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Babys erster Speiseplan

Sechs Monate ausschließlich stillen und dann erst Beikost einführen – so lautet die neue Empfehlung der ersten deutschen S3-Leitlinie zur Stilldauer. Kinderärzte sehen dies jedoch kritisch und eine andere Leitlinie rät zu einem deutlich früheren Beikost-Start. Was sollen Eltern davon halten?
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 24.04.2026  08:00 Uhr

Selbst entscheiden, was in den Mund kommt

Eine etwas andere Methode der Beikosteinführung ist das Baby-led weaning (BLW). Das Prinzip: Das Baby isst von Anfang an selbstständig, es wird nicht mit Brei gefüttert, sondern bekommt weiche, handliche Stücke von normalen Lebensmitteln, zum Beispiel gedünstete Karotte, Avocado, weiche Süßkartoffel, Banane, weich gekochter Brokkoli, Toaststreifen oder weiches, gut durchgegartes Rührei. Dabei darf das Kind selbst entscheiden, was und wie viel es isst.

Viele Eltern und Fachleute empfinden es als Vorteil, dass das Baby beim BLW die Nahrung selbst greifen und zum Mund führen kann. Das trainiert Feinmotorik, Kauen und Koordination. Das Kind lernt früh verschiedene Geschmäcker und Texturen von Lebensmitteln kennen und entwickelt möglicherweise ein besseres Sättigungsgefühl.

Viele Eltern sorgen sich jedoch, dass sich das Kind womöglich leichter verschlucken kann. Studien zeigen aber kein höheres Erstickungsrisiko als beim Breiessen, wenn geeignete weiche Lebensmittel gegeben werden und das Baby aufrecht sitzt. Wichtig: Lebensmittel, die hart, klein und rund sind, sind aufgrund der Erstickungsgefahr tabu, beispielsweise ganze Nüsse, harte rohe Karotten, Heidelbeeren oder ganze Trauben.

Beim Baby-led weaning sei es schwieriger, sicherzustellen, dass das Baby alle nötigen Nährstoffe bekommt, schreibt das Netzwerk Gesund ins Leben. Da es sich sozusagen selbst füttert, können die Eltern schlechter nachvollziehen, was es in welcher Menge gegessen hat. Zudem hänge die Qualität der Ernährung stark von dem Angebot auf dem Esstisch sowie letztlich der Lebensmittelauswahl des Säuglings ab.

Ein häufiger ernährungsphysiologischer Fehler ist etwa, dass beim BLW zu wenig eisenreiche Lebensmittel angeboten werden. Zum Hintergrund: Ab etwa sechs Monaten sind die Eisenspeicher des Babys ausgeschöpft. Wer das Baby ausschließlich per BLW ernährt, sollte daher regelmäßig eisenreiche Lebensmittel anbieten, etwa weich gegartes Rindfleisch, Linsen, Kichererbsen, Ei oder Haferflocken.

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