Wer weiß, wie er selbst tickt und was seine Persönlichkeit prägt, kann dazu beitragen, Verständnis für sich selbst zu entwickeln und Arbeit, Erholung und Beziehungen gezielter zu gestalten. / © Adobe Stock/Wayhome Studio
Wer bin ich – und warum verhalte ich mich, wie ich mich verhalte? Kaum eine Frage beschäftigt Menschen so sehr wie die eigene Persönlichkeit. Bin ich jemand, der auf Partys aufblüht? Oder brauche ich nach einem langen Tag vor allem Stille und Ruhe?
Hinter solchen Alltagsbeobachtungen steckt eine der ältesten Unterscheidungen der Psychologie: Extraversion und Introversion. Experten erklären, was die Begriffe wirklich bedeuten, was uns diese Einordnung bringt – und ob wir unseren Persönlichkeitstyp verändern können.
Die Begriffe Extraversion und Introversion prägte der Schweizer Psychoanalytiker Carl Gustav Jung in seinem Werk »Psychologische Typen«: Extraversion bedeutet, dass sich die psychische Energie eher nach außen richtet – bei Introversion nach innen.
Doch diese Begriffe sind keine starren Kategorien, sondern Pole eines Spektrums. »Die harte Einteilung in Typen ist eine Vereinfachung«, sagt der Mediziner Dirk Stemper, der in Berlin eine Privatpraxis für Psychotherapie betreibt. Es geht um Verhaltenstendenzen, also Vorlieben.