Die gesundheitspolitische Sprecherin der Union, Simone Borchardt (CDU), lobte die Leistungen der Apotheken als »niedrigschwelligsten Zugang der Menschen zum Gesundheitssystem«. Das ApoVWG bezeichnete sie als Erfolg, weil es die Rolle der Apotheken stärke. Sie versprach auch erneut, dass das Fixum gestaffelt erhöht werden soll und beim Versandhandel »noch nicht das letzte Wort gesprochen« sei. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) prüfe weitere Vorgaben für den Versandhandel. Das ApoVWG schaffe »gute Voraussetzungen auch für Apotheken in Ihrem Wahlkreis«, sagte Borchardt im Bundestag. Es sei auch der Grundstein für das Primärversorgungsgesetz.
Tanja Machalet (SPD) sieht das Gesetz der Koalition als klare Stärkung der Apotheken, die eben nicht nur Abgabestellen für Medikamente seien. Das System werde entlastet, Bürokratie werde abgebaut und die pharmazeutischen Dienstleistungen gestärkt. Machalet betonte, dass die PTA-Vertretung zunächst erprobt und evaluiert werden soll. Impfungen von gut geschulten PTA und Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) seien ein gutes Mittel, um die Impfquoten zu erhöhen. »Mit neuen Aufgaben muss auch eine angemessen Vergütung einhergehen«, so Machalet. »Die Erhöhung des Fixums kommt!« Für eine Weiterentwicklung des Honorars sollen künftig mehr Daten erhoben werden.
»Die Rolle der Apotheken bei der Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen und Bürger wird gestärkt. Das ist richtig und wichtig für die Menschen in Deutschland«, sagte Thomas Preis, Präsident der ABDA zum Gesetzesvorhaben. »Blutentnahmen, Impfungen und weitere pharmazeutische Dienstleistungen in den Apotheken helfen den Patientinnen und Patienten unmittelbar und tragen zur Entlastung des Gesundheitssystems bei.«
ABDA-Präsident Thomas Preis warnt trotz der geplanten Erweiterung des Aufgabenfelds der Apotheken vor einem anhaltenden Apothekensterben: »Mit 16.541 Apotheken haben wir einen neuen Tiefstand erreicht. Im Europavergleich liegen wir bei der Apothekendichte inzwischen weit hinten. Seit 2013 musste jede fünfte Apotheke schließen. Um das Apothekensterben endlich zu stoppen, brauchen wir dringend die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Erhöhung des Honorars auf 9,50 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament.«
Vorgesehen ist, dass das ApoVWG am 12. Juni den Bundesrat passiert. In dieser Sitzung soll auch die Verordnung von der Länderkammer besprochen werden, mit dem unter anderem die Verhandlungslösung für das Apothekenhonorar eingeführt werden soll. Die Regierung will hier auch die versprochene Honorarerhöhung vornehmen. Demnach soll das Fixum im Juli auf 9 Euro und zum Jahreswechsel auf 9,50 Euro steigen.
Coronaviren lösten bereits 2002 eine Pandemie aus: SARS. Ende 2019 ist in der ostchinesischen Millionenstadt Wuhan eine weitere Variante aufgetreten: SARS-CoV-2, der Auslöser der neuen Lungenerkrankung Covid-19. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite Coronaviren.