Die Reaktionen eines Kindes auf die psychische Erkrankung eines Elternteils können sehr unterschiedlich auffallen. Zur Vorsicht rät Beschoner besonders, wenn Kinder dauerhaft versuchen, die Rolle eines Erwachsenen zu übernehmen. Diese Rollenumkehr in der Familie wird in der Fachsprache auch Parentifizierung genannt.
Übernehmen Kinder über längere Zeit Verantwortung, die nicht ihrem Alter entspricht, kann das zu einer problematischen Überforderung führen. Eltern sollten in einem solchen Fall Hilfe beim Haus- oder Kinderarzt, bei einer Erziehungsberatungsstelle oder auch in einer psychotherapeutischen Praxis suchen.
Angehörige oder Freunde können Familien mit betroffenen Elternteilen etwa unterstützen, indem sie Kinder zum Sport fahren, Hausaufgaben begleiten oder einfach Zeit mit ihnen verbringen. Der Fachärztin zufolge brauchen Kinder das Gefühl, dass ihr Alltag stabil bleibt.
Wichtig: In akuten Krisen oder bei Hinweisen auf eine Selbstgefährdung sollten Angehörige sofort den psychiatrischen Krisendienst kontaktieren oder den Notruf 112 wählen. Kinder dürfen in solchen Ausnahmesituationen nicht auf sich allein gestellt sein.
Sind Sie verzweifelt, hoffnungslos, alles erscheint sinnlos und Sie sehen keinen Weg aus der Not? Denken Sie möglicherweise manchmal daran, sich das Leben zu nehmen? Es gibt Ansprechpartner, die dafür da sind, Menschen in Ihrer Situation zu helfen. Dazu zählen unter anderem Hausärzte, Psychotherapeuten und Psychiater oder auch Notfallambulanzen in Kliniken.
Auch die Telefonseelsorge ist Tag und Nacht für Sie erreichbar. Sie berät Sie anonym und kostenfrei unter den bundesweit gültigen Nummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 sowie per E-Mail und im Chat auf der Website der Telefonseelsorge. Kinder und Jugendliche finden außerdem auch Hilfe unter der Nummer 0800/111 0 333.
Es ist auch möglich, zu einem persönlichen Gespräch bei der Telefonseelsorge vorbeizukommen. Die 25 Standorte in Deutschland für eine Beratung vor Ort finden Sie hier.