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Sexualität
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Die Liebe beleben

Wenn Paare seit Jahr und Tag ein Bett teilen, dann oft nur noch, um nebeneinander die Nachtruhe zu verbringen. Ansonsten herrscht nicht selten Flaute. Experten verraten, wie sich die Lust wieder beleben lässt und was hilft, wenn nicht der Kopf, sondern der Körper nicht mitspielt wie gewünscht.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 08.05.2026  16:00 Uhr

Krankheit als Lusträuber

Auch chronische Krankheiten beeinträchtigen mitunter das sexuelle Interesse. So kann die verminderte Produktion von Schilddrüsenhormonen bei einer Hypothyreose die Libido verringern. Bei einem schlecht kontrollierten Diabetes mellitus ist dies durch Nerven- und Gefäßschäden möglich. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Hypertonie oder Herzinsuffizienz spielt dabei vermutlich eine gestörte Gefäßfunktion eine Rolle.

Schließlich kann bei einer Niereninsuffizienz oder einer fortgeschrittenen Lebererkrankung die Bildung von Sexualhormonen gestört sein. Auch Depressionen gehen häufig mit einem Libidoverlust einher. Eine konsequente Behandlung ist dann das A und O, um das Risiko für Folgen, die auch die Sexualität betreffen können, zu minimieren.

Defizite erkennen

Manchmal komme der Sex jedoch zu kurz, weil die emotionale Bindung zwischen den Partnern schwierig ist. Dann gibt es eine Distanz durch Konflikte oder Missverständnisse oder ein Partner fühlt sich nicht gesehen und verstanden, vermisst Unterstützung oder fühlt sich nicht geliebt, erläutert der Beziehungs-Psychologe Stolzenburg. Wie häufig Intimitäten stattfinden und wie erfüllt die Sexualität ist, sei häufig ein Spiegel dafür, was in einer Partnerschaft gut läuft oder eben nicht so gut. Wichtig sei, bei Defiziten anzusetzen: Was bräuchte eine Person, um wieder mehr Lust auf Sex mit dem Partner zu haben?

Bei seiner Arbeit erlebt er häufig, dass Klienten empfinden, ihr Partner würde sich zu wenig für sie interessieren. Sie würden gerne mal in den Arm genommen werden oder ein Kompliment bekommen. »Es gibt sehr viele mögliche Dinge, bei denen für ein oder beide Partner Defizite bestehen«, so Stolzenburg. Daran könnte man arbeiten, damit wieder mehr Sexualität stattfindet.

Date-Abend planen

Wenn die emotionale Ebene stimmt und es keine großen Krisen gibt, schlägt Stolzenburg vor, einen Date-Abend pro Woche zu planen, an dem Intimität stattfinden kann. Um wieder mehr Nähe herzustellen, rät Stolzenburg beispielsweise zu einer Körpererkundungsreise. Beide Partner ziehen dabei eine Maske auf und lernen den Körper des anderen ganz ohne Sex kennen. Oder das Paar verabredet einmal pro Woche an einem bestimmten Tag Sex zu haben und an einem anderen Abend nur zu kuscheln. Diese Planung mit festen Terminen klingt vielleicht unromantisch, sie könne jedoch dabei helfen, wieder näher zueinander zu finden. Und wie kann ein Paartherapeut helfen, ein unerfülltes Liebesleben zu beleben? Bei manchen Paaren könnte es bereits helfen, mit einem Therapeuten darüber zu sprechen, weil sie im Alltag keine Worte für ihren emotionalen Zustand finden: Was tut ihnen gut? Was fehlt ihnen? Wie stehen sie zum Partner?

»Viele Paare sind in ihrem Schweigen angekommen oder haben es nie gelernt, über ihre Gefühle zu sprechen, und erfahren dann, wie hilfreich das sein kann«, so der Experte. Den Partnern würde dann erst bewusst, was der andere empfindet. »Die beste Voraussetzung, guten Sex zu haben, ist es hinzubekommen, dass der Partner sich wirklich gesehen und geliebt fühlt«, bringt es der Psychologe auf den Punkt.

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